
Schwierige Adventsammlung: "Sei So Frei" hofft auf Online-Spenden
Der aktuelle Corona-Lockdown sorgt auch für Sorgenfalten bei etlichen kirchlichen Hilfsaktionen. Bis 7. Dezember werden keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert, was zumindest bis dahin Spendensammlungen wie die traditionell am Zweiten und Dritten Adventsonntag in vielen Pfarrgemeinden und Ordenshäusern abgehaltene Adventsammlung der entwicklungspolitischen Aktion "Sei So frei" der Katholischen Männerbewegung schwierig macht. Die Verantwortlichen hoffen deshalb auf Spenden via direkte Banküberweisung oder Internet, um Hilfsprojekte etwa für Kinder in einem Slum in Nairobi oder in Kleinbauernfamilien in Brasilien weiterführen zu können. Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner unterstützt die unter dem Motto "Stern der Hoffnung" stehende Adventsammlung mit einem Hirtenbrief.
"Bitte helfen Sie uns in diesem schwierigen Advent", appelliert der Projektverantwortliche der Aktion "Sei So Frei" in der Erzdiözese Salzburg, Wolfgang Heindl, an die Spenderinnen und Spender. Die jährliche Spendensammlung in der Adventzeit sei einer der wichtigsten Grundpfeiler seiner Organisation. Ohne Kirchensammlung "stehen wir mit leeren Händen da und können unsere Projektpartner in Afrika und Lateinamerika im Einsatz gegen Armut und Hunger kaum unterstützen", schildert Heindl: "Das schmerzt sehr. Besonders vor dem Hintergrund der Tragödie, die Corona auch in diesen Ländern verursacht."
Lackner: Kindern Chance auf Leben in Würde geben
Zu Spenden für "Sei so Frei" ruft auch Erzbischof Lackner auf. In seinem Hirtenwort betont er, dass die Kirche in Notsituationen wie der Corona-Pandemie eine wichtige Botschaft zu verkünden habe. Menschliche Zuwendungen wie das "Angst-Nehmen" und "Trösten" zeigten an, wie eine frohe Botschaft hilft, durch schwierige Zeiten zu kommen, so Lackner. "Wobei Trösten nicht Bemitleiden meint. Trösten heißt: Mut schenken, stärken, ermächtigen", macht der Salzburger Erzbischof deutlich. In der Bibel werde von einem tröstenden Gott erzählt, der Christen zum Handeln motiviert.
Das Stärken von armen Menschen sei auch das Anliegen von "Sei So Frei", so Lackner weiter. Als Beispielprojekt schildert er ein von der Aktion unterstütztes Projekt der "Sisters of Mercy" und des "Mukuru Promotion Centre" für Straßenkinder im Mukuru Slum in der kenianischen Metropole Nairobi. Die einfachen Hütten in dem Armenviertel böten kaum Schutz gegen Hitze und Regen. Manchmal hätten die Kinder nicht einmal dort einen Platz zum Schlafen. Es fehlten Toiletten und fließendes Wasser. "Die mangelnde Hygiene verursacht Krankheiten - sich im Armenviertel vor Corona zu schützen, ist unmöglich", hält der Salzburger Erzbischof fest.
Rund 60.000 Kinder lebten in Nairobi auf der Straße. Mit der Unterstützung aus Österreich könnten 6.500 Essen und Kleidung bekommen und in die Schule gehen. Es gibt medizinische Betreuung und Jugendliche erhalten eine Berufsausbildung. "Damit haben sie eine Chance auf ein Leben in Würde", schreibt Lackner.
26 Euro für ein Monat Essen
Die Aktion "Sei So Frei" hat seit ihrer Gründung im Jahre 1958 jährlich mehr als 150 Projekte in Afrika und Lateinamerika mit einem finanziellen Gesamtvolumen von über fünf Millionen Euro unterstützt. Schwerpunktländer sind u.a. Bolivien, Brasilien, Peru, Guatemala, Kenia, Kolumbien, Nicaragua, Tansania und Uganda.
Mit 26 Euro wird ein Kind einen Monat lang mit Essen versorgt, informiert die Aktion. 80 Euro kostet die medizinische Versorgung eines Kindes bei notwendigen Spitalsaufenthalten. 270 Euro finanzieren einem Kind ein Jahr Schule inklusive Kleidung, Schuhen und Schultasche.
(Spendenmöglichkeit via Einzahlung auf das Konto "Sei so frei" AT24 2011 1842 3156 7401 oder online unter www.seisofrei.spenden bzw. im Rahmen von etwaigen Adventsammlungen in den Pfarren)
Quelle: kathpress