
Diözese Graz-Seckau trauert um Gottfried Lafer
Die Diözese Graz-Seckau trauert um den früheren Grazer Domherrn Gottfried Lafer. Lafer starb am 18. Dezember im 89. Lebensjahr im Grazer Priesterheim, wie die Diözese am Freitag mitteilte. Der Tod Lafers erfülle ihn mit tiefer Trauer, teilte Bischof Wilhelm Krautwaschl mit: "Mit ihm verlieren wir einen großen Gestalter und Priester. Als Mann, der sein Leben Gott geweiht hat, hat sein Wirken die Diözese Graz-Seckau und die Grazer Stadtkirche über fünf Jahrzehnte geprägt."
Geboren wurde Gottfried Lafer am 3. November 1932 als Sohn einer Landwirtsfamilie. Lafer studierte Theologie in Graz; 1957 wurde er zum Priester geweiht. Einige Jahre lang war er in Gamlitz und Judenburg tätig, bevor er 1966 zum Domvikar der Grazer Bischofskirche bestellt wurde. 1968 wurde Lafer Dompfarrer und 1970 Regens des Priesterseminars, wo während der 27 Jahre seines Wirkens 150 Priester ausgebildet wurden. 1983 wurde Gottfried Lafer zum Prälaten ernannt.
Als Dompfarrer war es Lafer ein Anliegen, "seine pastoralen und liturgischen Botschaften über die Stadtgrenzen von Graz hinauszutragen", heißt es in einem Nachruf der Diözese Graz-Seckau. Als Papst Johannes Paul II. 1983 zum ersten Mal nach Österreich kam, organisierte Lafer etwa Gottesdienste im Wiener Donaupark und in Mariazell und auch beim zweiten Besuch Johannes Pauls II. 1988 gestaltete er die Messe im Dom zu Gurk mit. Johannes Paul II. ist dabei nicht der einzige Pontifex mit Verbindungen zum Dompfarrer: Als sich bei einem Studentenausflug Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. einmal den Knöchel verletzte, war es Lafer, der den heutigen Papa emeritus ins Spital fuhr. Lafer schrieb außerdem Drehbücher für mehrere Papstliturgien und war der erste Drehbuchautor für Radiogottesdienste. Auch beim Festgottesdienst der "Wallfahrt der Völker" im Rahmen des Mitteleuropäischen Katholikentags im Mai 2004 und beim Besuch von Papst Benedikt XVI. jeweils in Mariazell war Lafer federführend bei der liturgischen Gestaltung.
Während seiner Amtszeit verhalf Gottfried Lafer außerdem einigen Grazer Sakralbauten zu neuem Glanz: So wurden das Priesterseminar ausgebaut, zahlreiche Neuerungen am Dom durchgeführt und das Mausoleum renoviert, dessen Fertigstellung einen Höhepunkt des Jahres "Graz Kulturhauptstadt 2003" bildete. Archäologische Ausgrabungen im Zuge der von ihm initiierten Renovierung der Leechkirche von 1991 bis 1993 brachten zudem neue Erkenntnisse über die Grazer Stadtgeschichte.
Seine Leidenschaft für die Kirchenmusik zeigte sich im hohen Niveau der Grazer Dommusik mit dem Domchor, der Domkantorei, der Capella Ferdinandea, der Jugendkantorei, dem Domkinderchor und dem Domorchester. 2003 wurde ihm das Ehrenzeichen in Gold der Stadt Graz verliehen, 2007 wurde er zum Bürger der Stadt Graz ernannt.
Quelle: kathpress