
St. Pölten: Bischof Schwarz ernennt neuen Ordinariatskanzler
Die Diözese St. Pölten bekommt mit 1. September einen neuen Ordinariatskanzler: Markus Heinz, derzeit Mitarbeiter in der deutschsprachigen Abteilung des Päpstlichen Staatssekretariats in Rom, folgt auf Gottfried Auer. Das gab die Diözese am Donnerstag in einer Aussendung bekannt. Mit Heinz werde ein "verdienter und in der Weltkirche versierter Priester" wieder in seiner Heimat im Einsatz sein, erklärte Ortsbischof Alois Schwarz, der die Ernennung zuvor dem Konsistorium mitgeteilt hatte. Durch seine Kurienerfahrung sei der neue Kanzler für seine künftige Aufgabe "bestens gerüstet".
Markus Heinz wurde 1974 geboren und stammt aus der Pfarre Maria Jeutendorf (Gemeinde Böheimkirchen). Er studierte Katholische Theologie in St. Pölten und Rom, wurde 1999 in St. Pölten zum Priester geweiht, war nach dem Studium Kaplan in seiner Diözese und wechselte schließlich 2003 an die deutschsprachige Abteilung des Päpstlichen Staatssekretariats in Rom. Dort stellte er u.a. regelmäßig bei Generalaudienzen des Papstes die deutschsprachigen Pilgergruppen vor und übernahm für ein knappes Jahr die Aufgaben des Kaplans der Päpstlichen Schweizergarde. Neben seiner neuen Aufgabe als Kanzler wird er künftig auch die Pfarre Pyhra südöstlich von St. Pölten leiten.
Der scheidende Ordinariatskanzler Gottfried Auer hatte diese Funktion seit 1993 inne. Der 1953 in Grainbrunn Geborene studierte Theologie in St. Pölten und Innsbruck und wurde 1979 zum Priester geweiht. Nach seiner Promotion 1991 an der Universität Wien war er ab 1992 Diözesanrichter am St. Pöltner Diözesangericht. Nach seiner Emeritierung als Ordinariatskanzler bleibt er auch weiterhin Rektor des Bildungshauses St. Hippolyt, Provisor von Kapelln und Domkapitular.
Offener Brief von Religionslehrern
Wegen einer anderen Personalie - jener des neuen Bischofsvikars für Schule, Hochschule und Studierendenseelsorge - hatten am Donnerstag Religionslehrer in einem offenen Brief an Bischof Schwarz "große Sorge um die Kirche in unserer Diözese St. Pölten" geäußert. Die Vorgehensweise rund um die Bestellung des Bischofsvikars habe "jedes Miteinander vermissen lassen", wird in dem Schreiben kritisiert. Ähnlich wie bei der Durchsetzung des "Strukturprozesses" in der Diözese habe der Bischof in seiner Entscheidung beratende Gremien und hoch qualifizierte Mitarbeiter in leitender Position ignoriert, bemängeln die Religionslehrerinnen und -lehrer.
Die Vorgehensweise bei der Bestellung von Bischofsvikar Patrick Schöder im Februar werde "als Brüskierung des Schulamtsleiters" Josef Kirchner empfunden. Dass Letzterer zurückgetreten sei, könnten die Lehrer "gut verstehen". Sie fügten in dem Schreiben hinzu, Kirchners "mutigen Schritt" zu bewundern, "in dieser Funktion nicht in einem intransparenten kirchlichen System mitspielen zu wollen". Der Brief ist von 47 Personen namentlich unterzeichnet. 27 weitere würden ihn "vollinhaltlich unterstützen".
Diözese verteidigt Bestellung
Die Diözese St. Pölten hielt in einer Stellungnahme gegenüber der Austria Presseagentur vom Donnerstag fest, "die Unterstellung", dass durch die Ernennung eines Bischofsvikars eine Abwertung des Schulamtsleiters gegeben wäre, sei "weder korrekt noch valide". Vielmehr sei das Gegenteil der Fall. "Während der Schulamtsleiter vor allem für die Religionslehrerinnen und -lehrer zuständig ist, wurde mit dem Bischofsvikar eine direkte Zuständigkeit auf Bischofsebene geschaffen, um das große Zukunfts-Thema Bildung mit all den einzelnen Bereichen zu überblicken, zu vernetzen und verantwortlich zu zeichnen", wurde betont.
Quelle: kathpress