
Scheuer: Männer sollen "Lotsen lebendiger Gottesbeziehung" sein
Gläubige Männer sollten in Glaubensfragen einen wichtigen "Lotsendienst" übernehmen: Dazu hat Bischof Manfred Scheuer am Samstag beim Diözesantag der Katholischen Männerbewegung (KMB) im Bildungshaus Schloss Puchberg (OÖ) ermutigt. Gegenüber ihren Kindern und Enkeln, jedoch auch für alle Menschen des täglichen Umgangs könnten Männer vorleben, was es bedeutet, in einer "lebendigen Gottesbeziehung" zu stehen, sagte der Linzer Bischof in seinen Grußworten. Biblische Väter-Figuren könnten dazu eine Vorlage bilden.
Wichtig sei dieser Dienst deshalb, weil der Glaube eine Kraftquelle darstelle, die "in den meisten Fällen über andere Menschen erschlossen wird", so Scheuer weiter. In der Regel seien dies die Eltern, jedoch auch Freundinnen und Freunde, Seelsorgerinnen und Seelsorger, Pädagoginnen und Pädagogen, insgesamt jedoch vor allem "Menschen, die durch ihr Leben aus dem Glauben heraus beeindrucken". Sie seien "Lotsen, die uns auf die Fährte des Glaubens bringen können, die die Frage und die Sehnsucht nach Gott entfachen können", so der Diözesanbischof.
Inwiefern die Bibel Quelle heutiger Spiritualität für Männer sein könne, legte der Wiener Pastoraltheologe in seinem Festvortrag dar. Ein durchaus "plurales Männerbild" finde man hier abgebildet, sowohl mit "Scheitern, Glauben und Zweifel" als auch mit "Sendungsbewusstsein", so Pock. Leitbilder für die Frage nach einem gelingenden Leben seien die biblischen Figuren dabei durchaus heute noch.
Die Katholische Männerbewegung der Diözese Linz stellt laut einer Aussendung vom Sonntag ihre Arbeit jedes Jahr unter das Zeichen biblischer Jahresbegleiter, um deren Glaubenserfahrungen ins Heute zu übersetzen. Aktuell geht es um die Jakobserzählung des Alten Testaments. Diese enthalte "Beziehungsdramen und Ängste, die zur Auseinandersetzung mit eigenen Ängsten und Unsicherheiten einlädt", hieß es.
Zu den derzeitigen Arbeitsschwerpunkten der KMB gehört der von Papst Franziskus ausgerufene synodale Prozess, in dessen Zeichen "Orte, in denen eine gute Gesprächs- und Diskussionskultur möglich ist" geschaffen werden sollen. Darunter auch das Projekt "KMB-Stammtischrunden in Gasthäusern" - das als Beitrag gedacht ist, um "über den eigenen Tellerrand zu blicken und uns auf das Denkgebäude des Gegenübers einzulassen". Die Männerbewegung wolle "heraus aus den geschützten Räumen der Kirche, dorthin, wo sich Menschen versammeln, die von den Mauern der Kirche abgeschreckt werden", erläuterte Diözesanobmann Bernhard Steiner.
In den Erklärungen des Diözesantages wird weiters von der Kirche der Zugang der Frauen zu allen Ämtern und von der Politik die Aufnahme von Geflüchteten sowie "klare gesetzliche Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Wirtschaften" gefordert. Beworben wird der "Faire Handel" - als "eines der ganz wenigen effizienten und erfolgreichen Mittel im Kampf gegen die Verletzung der Menschenrechte, gegen Kinderarbeit und Sklaverei" - und auch die entwicklungspolitische KMB-Organisation "Sei so frei", die Gesellschafter von Fairtrade Österreich ist.
Quelle: kathpress