
"Aktion Leben": In Abtreibungsthematik Blick weiten
Vor Extrempositionen beim Thema Schwangerschaftsabbruch warnt der Verein "Aktion Leben". "Derzeit beobachten wir in der politischen Debatte Populismus statt konstruktiver Vorschläge und Dialog", kritisierte "Aktion Leben"-Generalsekretärin Martina Kronthaler in einer Aussendung am Mittwoch. Anlass für die Warnung ist der Vorstoß von Frankreich, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne hat. So schlug Staatspräsident Emmanuel Macron vor, ein "Recht auf Abtreibung" in der EU-Charta der Grundrechte zu verankern. Stattdessen sei vielmehr "ein Recht auf Beratung, Unterstützung und Prävention" zu fordern, hielt Kronthaler fest. Dieser Blickwinkel fehle in der aktuellen Debatte völlig, so die Generalsekretärin des interkonfessionellen Vereins für Schwangerenberatung.
Macron sei mit seinem Vorhaben zwar in Einklang mit einer vom Europäischen Parlament angenommenen Empfehlung, so Kronthaler, mit Verweis auf den sogenannten "Matic-Bericht". Dieser bezeichne Abtreibung als Menschenrecht, ohne Maßnahmen zu nennen, wie Abtreibungen vermieden werden können. Aber, "diese Extremposition könnte nationale Kompromisse unterwandern", warnte die Generalsekretärin.
In Kompromissen zu denken bedeute, die Entscheidung für den Abbruch zu respektieren und Frauen medizinisch und menschlich bestmöglich beizustehen. Abtreibung dürfe aber auch nicht verharmlost werden. "Denn es geht immerhin um das Leben eines Kindes." Österreich etwa habe sich bei der Einführung der Fristenregelung verpflichtet, Abtreibungen möglichst vorzubeugen durch Beratung, Prävention und sozialpolitische Angebote, erinnerte die Generalsekretärin.
Viel wichtiger sei die Frage, warum Frauen tatsächlich abtreiben. "Was kann getan werden, dass Frauen gar nicht erst in diese Situation kommen?", so Kronthaler. "In Österreich brauchen wir dringend eine solide Beschäftigung mit Schwangerschaftsabbrüchen auf der Basis von Fakten und Forschungen." Kronthaler verwies in diesem Zusammenhang auf die von "Aktion Leben" initiierte Bürgerinitiative "Fakten helfen!", die von über 59.000 Menschen unterzeichnet wurde.
Einseitiges Angebot
"Die Probleme schwangerer Frauen sind vielfältig", berichtete Kronthaler aus der Schwangerenberatung. Nach wie vor bringe die Geburt eines Kindes für viele Frauen einen Bruch in ihrer Existenz mit. Ein Kind zu erwarten, werfe im Leben einer Frau vieles auf. "Wie ungerecht und kurz gedacht ist es, diesen Frauen bloß die Abtreibung als Ausdruck der Selbstbestimmung anzubieten, während alle anderen Probleme ignoriert werden und in Österreich nicht einmal die Zahl der Abtreibungen erfasst wird", so Kronthaler abschließend.
(Info: www.aktionleben.at, Spendenkonto - IBAN: AT64 3400 0000 0723 6771)
Quelle: kathpress