
Katholische Arbeitnehmer: Trend zur prekären Arbeit entgegenwirken
Gegenmaßnahmen zum Trend von immer mehr prekärer Arbeit in Europa haben sich die Katholischen Arbeitnehmerbewegungen (KAB) im gesamten deutschen Sprachraum vorgenommen. Das geht aus einem gemeinsamen Seminar hervor, bei dem sich 45 KAB-Mitglieder kürzlich zum Thema "Menschenwürdig statt prekär - Wertvoll arbeiten in Europa" online ausgetauscht hatten. Wie die Katholische Aktion Österreich am Dienstag auf ihrer Webseite mitteilte, nahmen auch zahlreiche heimische Vertreter an dem Seminar teil.
Menschenunwürdige und prekäre Arbeit sei europaweit ein brennendes Thema, so der Tenor. Umso wichtiger sei es, dass sich die europäischen KAB-Bewegungen diesbezüglich vernetzen und koordinieren, um es gemeinsam in den öffentlichen Fokus zu rücken und Verbesserungen zu erreichen. KABÖ-Vorsitzende Anna Wall-Strasser berichtete u. a. über das Volksbegehren "Bedingungsloses Grundeinkommen umsetzen!", welches in Österreich im Eintragungszeitraum von 2. bis 9. Mai 2022 unterschrieben werden kann.
Weitere Themen waren die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Arbeitsbedingungen prekär Beschäftigter sowie die Perspektiven der in der Pflegebranche arbeitenden Menschen. Neben dem Austausch bisher gemachter Erfahrungen stand ebenfalls ein "Realitätscheck" durch Expertinnen und Experten aus den jeweiligen Fachbereichen auf dem Programm.
Prekärer Arbeit habe während der Pandemie zugenommen, bestätigten die Berichte aus den einzelnen Ländern. Insbesondere diejenigen, die schon vorher am "unteren Ende" verdient haben, seien Leidtragende. Sie seien es auch gewesen, die kaum vor einer möglichen Ansteckung geschützt wurden, so die Katholischen Arbeitnehmer. Die gelte u.a. für den Bereich der 24-Stunden-Betreuungskräfte. Der Pflegenotstand werde quasi auf ihrem Rücken ausgetragen. "Hier sind wir als KAB gefragt: Durch gezieltes Empowerment müssen wir dafür sorgen, dass sich daran etwas ändert", bekräftigte Martin Hochegger, Vorsitzender der KAB Steiermark.
Quelle: kathpress