
Weihbischof Hofer wird 70: Ich wünsche mir Frieden in der Ukraine
"Ich wünsche mir Frieden; in der Ukraine, überall auf der Welt und in unseren Familien." Diesen Wunsch äußert der Salzburger Weihbischof Hansjörg Hofer angesichts seines 70. Geburtstags, den er am kommenden Donnerstag (14. April) feiert, im Interview mit Salzburger Kirchenzeitung "Rupertusblatt" (aktuelle Ausgabe). In diesem bilanziert der Bischof auch über sein Leben im Dienste Gottes und der Kirche, für das er große Dankbarkeit verspürt. Pensionsreif fühle er sich jedenfalls noch nicht, Hoffnung habe er weiterhin auf eine Glaubenserneuerung in der Welt.
Mit Blick auf die gegenwärtige Situation der Kirche und in der Gesellschaft falle seine Bilanz "zwiegespalten" aus, betonte Hofer: "Auf der einen Seite sehe ich so viele Suchende. Die Sehnsucht der Menschen nach Glück ist groß. Doch wo suchen und finden sie alle 'ihr' Heil? Andererseits erleben wir so viel Egoismus, Größenwahn bis hin zu Krieg und Terror, aber auch Oberflächlichkeit und Dummheit, dass nicht absehbar ist, wohin das alles führt."
Rückblickend auf die vergangenen 50 Jahre, die er im Dienst der Erzdiözese Salzburg verbrachte, müsse man feststellen, dass sich vieles geändert habe. "Bei vielen Menschen hat der Glaube aufgehört, ihr konkretes Leben zu formen und zu durchdringen. Auch die gesellschaftliche Stellung der Kirche hat sich gewandelt", so der Weihbischof mit Verweis auf die Einbrüche bei den Gottesdienstbesuchen oder den merklichen Rückgang an geistlichen Berufen sowie bei den Orden.
Kein Gedanke an den Ruhestand
Angesichts des runden Geburtstags freue er sich "über die Zeit, die Gott mir bisher geschenkt hat. Denn nicht alle erreichen dieses Alter". Halt geben ihm "das Vertrauen, dass Gott mich hält und meine persönliche Beziehung zu Jesus Christus, aber auch all jene Menschen, die mich begleiten." Mit dem Ruhestand beschäftige er sich jedenfalls noch nicht, als Bischof gebe es diesbezüglich ja ohnehin andere Maßstäbe: "Da werde ich, wie es vorgesehen ist, mit 75 dem Papst mein Amt zur Verfügung stellen. Ehrlich gesagt, wäre mir jetzt eine Pensionierung zu früh. Wenn ich gesund bleiben darf, arbeite ich also sehr gerne weiter."
In Kirche und Welt spüre er derzeit eine große Unsicherheit und Unzufriedenheit. "Allzu viele schauen nur auf sich selber, sodass Papst Franziskus von einer 'Ich-Religion' spricht." Vor diesem Hintergrund sei ein gemeinsames Aufeinanderhören, Suchen und Gehen, ein Hinhören auf den Willen Gottes, dringend notwendig, so Hofers Appell. "Ich wünsche mir, dass sich Menschen für Gott öffnen und so in einer guten Beziehung zu ihren Mitmenschen und zur Schöpfung leben. Und, dass alle Suchenden Jesus neu entdecken und in seiner Kirche Geborgenheit und Freude finden", so der Bischof abschließend.
Ein Leben für die Kirche
Hansjörg Hofer wurde am 14. April 1952 in Stumm im Zillertal geboren. Im März 1976 erfolgte in Salzburg die Diakonenweihe, im Juni desselben Jahres weihte ihn Erzbischof Karl Berg zum Priester. 1992 erfolgte die Aufnahme in das Salzburger Domkapitel, im Oktober 2015 wurde er zum Domdechanten gewählt. Von 2006 bis zur Bischofsweihe war Hansjörg Hofer Generalvikar der Erzdiözese Salzburg. Daneben war er 24 Jahre in Rehhof seelsorglich tätig. Papst Franziskus ernannte Hofer am 31. Mai 2017 zum Weihbischof von Salzburg, die Bischofsweihe fand am 9. Juli 2017 statt.
Quelle: kathpress