
Tischlerei-Schüler gestalteten Altarraum der Haller Jesuitenkirche
Kirchen mit neu gestaltetem Innenraum gibt es viele. Dass die Ausstattung jedoch von Schülerinnen und Schülern im Rahmen ihrer Ausbildung stammt, ist etwas Besonderes. In der Jesuitenkirche von Hall in Tirol war dies der Fall, wurde hier doch der neue Altarraum von angehenden Tischlereitechnikern der Tiroler Fachberufsschule für Holztechnik Absam erstellt. Die ganz in Weiß gehaltenen Elemente - konkret der Altar, der Ambo und die Sessio (Priestersitz) - waren ein Projekt des Planungszweigs der 4A-Klasse, geht aus einer aktuellen Mitteilung der Diözese Innsbruck hervor.
Unter Anleitung ihres Lehrers, eines Tischlermeisters, waren die beteiligten Schülerinnen und Schüler außer für die Produktion auch für die Planung und Kostenberechnung zuständig. Der Entwurf stammte vom Architekten Markus Illmer, der mit sakralen Neugestaltungen erfahren ist, jedoch auch auf Ideen der Schüler eingegangen war. Die Pfarrgemeinde St. Nikolaus kam für die Materialkosten auf und entrichtete für die Arbeitsleistung der Schüler eine Spende an die Tiroler Hospizgemeinschaft. Das Ergebnis war eine Altarausstattung in jenem Weißton, welcher den ganzen Kirchenraum prägt. Da die Kirche neben Gottesdiensten auch für Ausstellungen genutzt werden soll, sind alle Teile mobil.
Eingebunden in das Projekt waren verschiedene Schulfächer: Im Deutschunterricht etwa wurde für die Präsentation ein Theaterstück einstudiert, im Religionsunterricht besuchte man Kirchen mit modernen Holzausstattungen.
Wie einer der beteiligten Schüler, Martin Zangerle, berichtete, sei die anfängliche Skepsis der Beteiligten im Zuge der Planung rasch gewichen. "Sie haben selbst gesehen, was das für eine Ehre ist, an so etwas zu arbeiten und waren voller Euphorie dabei." Nach vollendetem Werk betrete er selbst Kirchenräume nun mit ganz anderen Augen und denke beispielsweise darüber nach, "was sich der Architekt dabei gedacht hat", so der in seiner Pfarre inzwischen auch als Pfarrgemeinderat aktive Jugendliche.
Quelle: kathpress