
Schönborn: Energiekrise zeigt, dass vieles nicht selbstverständlich ist
Angesichts der Energiekrise, die auch Österreich erreicht hat, plädiert Kardinal Christoph Schönborn für einen sparsameren und von Dankbarkeit geprägten Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. Die Menschen in Österreich seien daran gewöhnt, dass alles jederzeit und ausreichend vorhanden sei - Strom, Energie, Benzin, Nahrungsmittel oder Wasser. "Wie kostbar alle diese Güter sind, wird uns schmerzlich bewusst, wenn sie knapp werden", betonte der Wiener Erzbischof in seiner Freitagskolumne in der Gratiszeitung "heute".
Unter den steigenden Energiekosten leide nicht nur die Industrie, sie seien auch in Form von hohen Gas- und Stromrechnungen in jedem Haushalt angekommen, so Schönborn. Die Unsicherheit wachse, viele fragten sich, wie sie die Rechnungen bezahlen sollen.
Der Erzbischof erinnerte, dass sich der Stromverbrauch in Österreich in den letzten 50 Jahren verdreifacht habe: "Kann der globale Energiehunger halbwegs gestillt werden, wenn man wieder auf fossile Brennstoffe oder gar auf Atomkraft setzt, von denen wir uns schon längst verabschieden sollten?" Die Energiekrise sei jedenfalls da und werde nicht einfach zu lösen sein. Was man tun könne, sei dankbarer für das sein, was da ist und selber sparsamer mit den Ressourcen umgehen, so Kardinal Schönborn.
Quelle: kathpress