
Moser: Pflegereform muss echte Entlastung bringen
Die Diakonie fordert im Bereich der Pflege den Ausbau von Dienstleistungen. "Der erste Schritt der Pflegereform hat die Pflegekräfte in den Fokus genommen, im zweiten Schritt muss es um Menschen mit Pflegebedarf und ihre Angehörigen gehen. Dieser zweite Schritt ist dringend fällig", betonte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser in einer Aussendung am Freitag und forderte angesichts des bevorstehenden Aktionstages für pflegende Angehörige (13. September) die fehlende Entlastung ein.
Einen guten Zwischenschritt stelle das "Community Nursing" dar, ein dreijähriges Pilotprojekt, das aus EU-Geldern finanziert wird. "Man könnte das wirklich direkt mit 'Gemeindeschwester' übersetzen - sind zentrale Ansprechpersonen zu allen Fragen zu Pflege, Gesundheit und Betreuung in einer Gemeinde", erklärte Moser. Mit 21 "Community Nurses" in vier Bundesländern ist die Diakonie derzeit eine der größten Kooperationspartnerinnen. Die Hauptaufgabe der "Community Nurses" ist es, Menschen mit Pflegebedarf zu Angeboten in der Gemeinde zu beraten.
Derzeit fehlen laut Moser vor allem Tagesbetreuung, mehrstündige Betreuungsangebote und Entlastungsdienste für Angehörige. Mithilfe des Angebots der "Community Nurses" können die politischen Verantwortlichen mit den Sozialorganisationen passgenaue Angebote entwickeln, was qualitativ und finanziell sinnvoll sei. "Was aber, wenn es die passenden Angebote nicht gibt?", fragte die Diakonie-Direktorin: "Ohne den Ausbau und die Finanzierung von wohnortnahen Angeboten bringt auch die beste Beratung nichts."
"Menschen mit Pflegebedarf wollen so lange wie möglich zu Hause leben. Im aktuellen Pflegesystem bekommen sie aber nicht die nötigen Dienstleistungen dafür", erklärte Moser. Das bedeute zum einen, dass Menschen mit Pflegebedarf nicht nach ihren Vorstellungen leben können, und zum anderen, dass pflegende Angehörige überlastet sind, weil sie einen Großteil der Pflege und Betreuung allein leisten müssen. "Der zweite Schritt der Pflegereform muss deshalb dringend der Ausbau und die Finanzierung von wohnortnahen Dienstleistungen sein. Um eine gute Versorgung sicherzustellen, müssten in diesem Schritt Bund und Länder gut zusammenarbeiten", denn Dienstleistungen fallen in die Kompetenz der Länder, so Moser abschließend.
Quelle: kathpress