
Familienverband: Ältere Arbeitskräfte länger im Erwerbsleben halten
Der Katholische Familienverband fordert von der Politik Maßnahmen, mit denen ältere Menschen länger im Erwerbsleben gehalten werden können. Das könne etwa durch einen höheren Pensionsbonus und stärkerer Reduktion der Pensionsbeiträge erreicht werden. "Dadurch könnte der Druck der Wirtschaft auf junge Familien gemindert werden", zeigte sich Alfred Trendl, Präsident des Katholischen Familienverbandes, in einer Aussendung am Dienstag überzeugt.
Anlass für die Stellungnahme der größten überparteilichen Familienorganisation in Österreich ist die aktuell stattfindende Klausur der Regierungskoalition in Niederösterreich. Bei dieser gehe es auch um aktuelle Herausforderungen durch den Fachkräftemangel in der Wirtschaft. Dementsprechend starker Druck werde auf junge Eltern ausgeübt, dem Arbeitsmarkt möglichst schnell wieder Vollzeit zur Verfügung zu stehen. "Dabei gibt es viele Seniorinnen und Senioren, die gerne noch erwerbstätig wären und dies aus finanziellen Überlegungen nicht umsetzen", so Trendl.
Er schlage deshalb vor, es dieser Bevölkerungsgruppe leichter zu machen, ihrer Erwerbstätigkeit länger nachzugehen. "Das ist bei einem durchschnittlichen Pensionsantrittsalter von 60 Jahren dringend erforderlich", so Trendls Überzeugung. Maßnahmen wären etwa eine Erhöhung des Pensionsbonus und eine weitere Senkung der Pensionsbeiträge für Erwerbstätigkeit nach Erreichen des 65. Lebensjahres. Zusätzlich sollte auch die Kommunalsteuer für Dienstnehmer ab 65 Jahren entfallen.
Trendl hoffe, dass durch diese Maßnahmen Druck von den Eltern kleiner Kinder genommen werde: "Junge Eltern klagen über Druck, dem Arbeitsmarkt so schnell und so umfangreich wie nur möglich wieder zur Verfügung zu stehen." Eltern, die ihren Wunsch nach Kindern verwirklichen, sollten aber von der Gesellschaft auch im Bereich der Kinderbetreuung so weit wie möglich unterstützt werden. "Das bedeutet, keinen Druck auf einen baldigen Wiedereinstieg nach der Karenz auszuüben, sondern die Wahlfreiheit der Eltern ernst zu nehmen", fordert Trendl.
Stünden mehr Senioren mit ihrem Fachwissen zur Verfügung, könnte dies laut Angaben des Familienverbandspräsidenten den Arbeitsmarkt entlasten. "Zudem wäre es ein Solidaritätsbeweis zwischen den Generationen - damit junge Mütter und Väter dann in ihren Beruf zurückkehren, wenn es sie für richtig halten", so Trendl.
Quelle: Kathpress