
Glettler: Versöhnliches Miteinander 2023 "aktueller denn je"
Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler ist überzeugt, dass auch 2023 - drei Jahre nach Ausbruch der Corona-Pandemie - ein versöhnliches Miteinander "aktueller denn je" ist. Versöhnung sei ein herausfordernder Dauerauftrag für die Kirche, betonte der Bischof in seinem Fastenhirtenbrief 2023: "Wir müssen umkehren und einer neuen, herzhaften Beziehung zu Gott und zu einem entschiedenen 'Ja' zum Leben - mit all seiner Schönheit und Brüchigkeit", so der Bischof. Nur durch Versöhnung gebe es neue Lebensqualität.
Am Beginn der Fastenzeit vor drei Jahren sei der Ausbruch der Covid-19 Pandemie gestanden, erinnerte Glettler. "Nach einer anfänglichen Solidarität mit den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft hat sich leider zunehmend das Klima des Zusammenhalts verschlechtert - bis hinein in Freundeskreise und Familien." Verbitterte Auseinandersetzungen hätten zu Kränkungen und Brüchen von Beziehungen. Durch Versöhnung gebe es Heilung und neue Lebensqualität. "Jeder von uns ist gefragt", so der Bischof.
"Die zweite negative Überraschung haben wir genau vor einem Jahr erlebt: Mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine ist der Dämon des Krieges nach Europa zurückgekehrt." Die Auswirkungen dieser Katastrophe seien nicht abschätzbar, so der Bischof. "Ohnmacht und Ängste machen sich breit, auch Nervosität und Gereiztheit. Aggressionen schaukeln sich auf." Umso wichtiger wäre es, geduldiger miteinander umzugehen. "Oft braucht es nur ein einfaches Wort oder ein Entgegenkommen, sodass Begegnungen wieder gelingen." Entschuldigung und Vergebung ermöglichten einen "wirklichen Frieden", zeigte sich Glettler überzeugt.
Der Innsbrucker Bischof wolle deshalb auch 2023, mit der Neuauflage des Hirtenbriefs aus dem Jahr 2020, alle Haupt- und Ehrenamtlichen, alle Priester, Diakone und für die Seelsorge engagierten Laien dazu einladen, das Thema "Versöhnung" in der vorösterlichen Bußzeit in den Mittelpunkt zu stellen. "Es ist mehr als nur irgendein Thema! Es ist die Mitte unseres christlichen Glaubens", so der Bischofs-Appell: "Durch den Tod und die Auferstehung Jesu wurde uns ein neuer Anfang geschenkt. Keine Schuld, kein Versagen, keine Verurteilung gilt für immer!" Es gelte, sich diese Gewissheit zu Herzen zu nehmen und sich "großzügig im Dienst der Versöhnung" persönlich, pfarrlich und gesellschaftlich zu engagieren.
Quelle: kathpress