
Gewessler und Landau präsentieren Energiearmuts-Projekt
Klimaschutzministerin Eleonore Gewessler (Grüne) und Caritas-Präsident Michael Landau haben am Donnerstag ein neues Projekt für Energiesparberatung und Gerätetausch für armutsbetroffene Menschen präsentiert. Personen und Haushalte können sich demnach ab sofort in den 71 Caritas-Beratungsstellen in ganz Österreich über Energiesparpotenziale beraten lassen und einen Antrag zum kostenfreien Tausch ihrer alten, viel Energie verbrauchenden Haushaltsgeräte stellen.
Die Pilotphase ist bis 2026 anberaumt und wird mit 120 Millionen Euro durch das Klimaschutzministerium gefördert, sagte Ministerin Gewessler bei einem Medientermin in der Wiener Caritas-Beratungsstelle Mommsengasse. Caritas-Präsident Landau nannte die Aktion einen wichtigen Schritt für Armutsbetroffene, welche die Energiepreis-getriebene Inflation besonders hart spürten.
Die Teuerungen seien mittlerweile für viele Menschen in Österreich nicht mehr stemmbar, betonte Landau. Die hohen Energiepreise träfen die Ärmsten am meisten, "sie können den Gürtel nicht mehr enger schnallen, weil es kein Loch mehr gibt im Gürtel", so der Caritas-Präsident. Energie sei "kein Luxusgut, sondern ein essenzieller Bestandteil unseres Lebens." Die Caritas freue sich daher, dass man mit der gemeinsamen Aktion sehr vielen Menschen mit wenig Einkommen Energiesparberatung und Gerätetausch kostenlos ermögliche. "Wir schaffen damit nicht nur eine langfristige finanzielle Erleichterung für armutsbetroffene Menschen, sondern sorgen gleichzeitig dafür, dass auch einkommensschwache Haushalte bei der Energiewende mitmachen können", so Landau.
Für 2023 stehen laut den Ankündigungen 30 Millionen Euro zur Verfügung, Anträge können ab sofort eingereicht werden. Geräte wie Waschmaschinen, Geschirrspüler oder Kühlschränke werden zu 100 Prozent gefördert, erklärte Ministerin Gewessler. Besonders in einkommensschwachen Haushalten fehle oft das Geld, um die alten "Energiefresser" auszutauschen. Dabei könnten mit einem neuen energieeffizienten Kühlschrank etwa bis zu 100 Euro pro Jahr gespart werden, rechnete sie vor.
Hier setze das neue Projekt an: "Nach einer Energiesparberatung unterstützen wir betroffene Menschen durch den Tausch eines alten ineffizienten Elektrogroßgeräts auf ein neues und sparsames Gerät", sagte die Ministerin. Das spare Energie, senke den Energieverbrauch im Haushalt langfristig, schone die Geldbörse und sei gut für das Klima.
"Die Energiewende ist eine große Herausforderung und muss alle mitnehmen", sagte Klima- und Energiefonds Geschäftsführer Bernd Vogl. Die werde aber nicht nur durch technische Maßnahmen gelingen, sondern müsse auch soziale Aspekte berücksichtigen, zeigte er sich überzeugt.
Anspruchsberechtigt bei der Aktion sind all jene, die von der GIS befreit sind oder einen Heizkostenzuschuss der Länder, Wohnbeihilfe, Sozialhilfe oder Ausgleichshilfe in Anspruch nehmen. (Infos: www.caritas.at/energiesparberatung)
Quelle: kathpress