
Ordenskonferenz: Jede Berufung beginnt mit Hinhören
"Jede geistliche Berufung beginnt mit Hören und genauem Hin-Hören. Es ist aber nicht immer leicht, die Stimme Gottes zu hören": Das haben die beiden Vorsitzenden der Österreichischen Ordenskonferenz, Erzabt Korbinian Birnbacher und Priorin Sr. Franziska Madl, in einer Aussendung im Vorfeld des am Sonntag (30. April) stattfindenden "Weltgebetstags für geistliche Berufungen" dargelegt. Der in der katholischen Kirche heuer zum 60. Mal gefeierte Tag fällt traditionell auf den vierten Sonntag der Osterzeit. In Österreich finden dazu in den Diözesen Gottesdienste und Veranstaltungen statt.
Dass als heuriges Motto "Höre!" gewählt wurde, bezeichnete Erzabt Birnbacher als besonders treffend. Nicht nur die für Mönche maßgeblichen Benedikts-Regel beginne mit diesem Wort, sondern auch das Glaubensbekenntnis Israels im Buch Deuteronomium, nämlich: "Höre, Israel! Der Herr, unser Gott, der Herr ist einzig". Bei der Aufforderung gehe es auch darum, "die eine Stimme aus der Überfülle unserer Zeit heraus zu identifizieren - und ihr zu folgen". Dabei solle "das Hören zum Erkennen, die Liebe zur Tat und die Begeisterung zur Verbindlichkeit" werden, so der Leiter der Salzburger Benediktinerabtei St. Peter.
Dass Gottes Stimme im eigenen Leben in der Regel meist eine "leise" sei, ist die Erfahrung von Sr. Madl. Statt laut über den Menschen hereinzubrechen und ihm klar und deutlich Gottes Willen zu verkünden, handle es sich eher um "ein Ahnen und Spüren, wohin es vielleicht gehen könnte - besonders wenn es um eine geistliche Berufung geht". Gegenstimmen einer solchen Lebensentscheidung seien oftmals viel lauter, weshalb es nicht einfach sei, der Stimme Gottes zu folgen.
Den Weltgebetstag nannte die stellvertretende Ordenskonferenz-Vorsitzende und Priorin des Wiener Dominikanerinnenklosters eine wichtige Erinnerung daran, "dass wir als Getaufte zwar alle Berufene sind, dass es aber auch eine besondere Form der Nachfolge Christi gibt, die alles auf eine Karte setzt". Ob es eine Person schwer oder leicht finde, die eigene geistliche Berufung zu finden, "liegt also auch daran, wie wir alle gemeinsam damit umgehen", so Sr. Madl. Gebet, aber auch tatkräftige Unterstützung und Begleitung seien dabei notwendig.
Ähnlich hatte zuvor bereits der Salzburger Weihbischof Hansjörg Hofer zum "Gebet um neue Berufungen und für jene, die sich schon auf den Weg gemacht haben" aufgerufen. Die Freude darüber, dass Menschen Priester, Diakon oder Ordensschwester werden oder einen anderen geistlichen Beruf ergreifen wollten, gelte es diesen auch mitzuteilen - gebe ihnen dies doch "neue Motivation und vor allem auch Freude", so der Referatsbischof für Berufungspastoral.
Gebete in den Diözesen
Der in Österreich inhaltlich vom Canisiuswerk gestaltete Weltgebetstag wird gefeiert mit Gottesdiensten, Gebetsstunden, Wallfahrten, Aktionstagen und Veranstaltungen in allen Diözesen, wobei das Thema Berufung, das Werben um sowie auch das Gebet für geistliche Berufungen im Fokus steht.
Die zentralen Feierlichkeiten in den einzelnen Diözesen finden dabei fast im Tagesrhythmus statt. Nach einem bereits am Mittwoch (26. April) stattgefundenen Auftakt in der Tiroler Pfarre St. Johann stand für Donnerstag, 27. April, um 17 Uhr ein Picknick mit Musik im Garten des Linzer Priesterseminars für in der Kirche engagierte junge Erwachsene und am Freitag (18.15 Uhr) eine Vesper mit anschließender Agape in der Kirche der Elisabethinen Linz auf dem Programm. Ebenfalls im Vorfeld findet am Samstag, 29. April, ein Vorabendgottesdienst in der Wiener Michaelerkirche (18 Uhr) statt.
Am Sonntag, dem eigentlichen Datum des Weltgebetstags, lädt die Diözese St. Pölten zu eigenen Gottesdiensten in vier Regionen - in Krenstetten und Maria Jeutendorf um 8.30 Uhr sowie Maria Taferl und Waidhofen/Thaya um 10 Uhr. In Klagenfurt-St. Egid startet um 15 Uhr ein Programm mit einem Impuls, Anbetung und Heiliger Messe, im Feldkircher Dom eine Vesper um 19 Uhr mit Dompfarrer Fabian Jochum. Am Dienstag, 2. Mai feiert der burgenländische Bischof Ägidius Zsifkovics um 18 Uhr einen diözesanen Weltgebetstag in Eisenstadt-Oberberg, ehe am 21. Mai eine Berufungswallfahrt der Katholischen Männerbewegung nach Maria Bildstein (Vbg) mit dem Schweizer Bischof Marian Eleganti und am 25. Mai um 18.15 Uhr eine Maiandacht in der Salzburger Dreifaltigkeitskirche mit Weihbischof Hansjörg Hofer den Festreigen beschließen.
Quelle: kathpress