
Caritas Tirol startet zum 50. Mal Spendenaktion gegen den Hunger
Mit ihrer Spendenaktion gegen den Hunger unterstützt die Caritas der Diözese Innsbruck seit 50 Jahren Menschen im Globalen Süden. "Wir sehen uns nach wie vor in der Verantwortung, gegen den Hunger in der Welt zu kämpfen", sagte die Tiroler Caritas-Direktorin Elisabeth Rathgeb bei einem Pressegespräch in Innsbruck am Freitag anlässlich dieses Jubiläums und zum Start der heurigen Hungersammlung. "Gleichgültigkeit darf keine Alternative sein", appellierte zugleich der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler an die Tirolerinnen und Tiroler zu spenden. Mit einem ehrlichen und herzhaften Engagement für mehr Ernährungssicherheit ließen sich auch die weltweiten Fluchtströme verlangsamen, zeigte sich Glettler überzeugt.
Glettler forderte gemeinsame Lösungen in der globalen Armutsbekämpfung als auch in der Klima- und Migrationsfrage ein. "Not ist ein verheerender Nährboden für Gewalt und Ausbeutung", so der Bischof. Das betreffe lebensgefährliche Fluchtwege ebenso wie das Söldnerwesen, Waffen- und Menschenhandel. "Dem grauenvollen Schicksal und dem Geschäft mit der Not von Geflüchteten können wir nur mit einem Einsatz für mehr globale Gerechtigkeit entgegentreten. Und dazu ist jede noch so kleine Hilfe ein wichtiger Beitrag, um Leben zu retten."
Seinen Dank richtete Bischof Glettler an all jene, die sich für die Sicherung und Schaffung von Existenzgrundlagen in den ärmsten Ländern der Welt einsetzen und an alle, die dieses Engagement in den vergangenen 50 Jahren mit ihren großzügigen Spenden ermöglicht haben und dies bis heute tun. Die kirchlichen Hilfsprojekte in Afrika leisten konkrete Überlebenshilfe, fördern ganzheitliche Bildung und den Aufbau nachhaltiger Erwerbsmöglichkeiten. "Nur gemeinsam können wir auch in Zukunft denen, die sonst keine Stimme haben, Gehör und Hoffnung schenken. Gemeinsam können wir Leben retten."
"Dass so eine langjährige und intensive Zusammenarbeit daraus entsteht, hätten wohl die wenigsten vermutet", blickte Caritasdirektorin Rathgeb auf rund 15,6 Millionen Euro, die seit dem Beginn der Tiroler Hungerhilfe-Kampagne für Projekte in Afrika im Rahmen der Sommersammlung gespendet wurden.
Österreichs Engagement dürfe aber nicht durch private Spenden getragen werden, so Rathgeb: "Österreichs Entwicklungshilfeleistungen lagen 2022 bei 0,39 Prozent des Bruttonationaleinkommens. Das ist zwar ein begrüßenswertes Plus gegenüber 2021, aber das im Regierungsprogramm verankerte Ziel von 0,7 Prozent bleibt weiterhin verfehlt", kritisierte sie. Und auch bei der Unterstützung von Maßnahmen zur Klimawandel-Anpassung blieben die Zahlungen der internationalen Gemeinschaft weit hinter den versprochenen Mitteln zurück.
"Hier braucht es dringend Nachbesserungsbedarf", forderte Rathgeb, denn der Hunger steige weltweit wieder dramatisch an. Die Nachwirkungen der Pandemie, die Preissteigerungen und Lieferprobleme durch den Ukraine-Krieg sowie regionale, Konflikte, seien nur einige der Gründe dafür. Allen voran sei es die Klimakrise, der die weltweite Hungersnot verschärfe, so Rathgeb: "Die Klimakrise trifft uns alle. Auch in Österreich spüren wir die Hitze und extreme Wetterereignisse. Im Globalen Süden sind die Auswirkungen aber schon viel dramatischer." (Spenden: IBAN AT79 3600 0000 0067 0950, Kennwort: Hunger, oder Online: www.caritas-tirol.at/online-spenden)
Quelle: kathpress