
Klimaprotest: Ordensfrau ist lieber "radikal" als "normal"
Sr. Notburga Maringele, Tertiarschwester aus Hall in Tirol, hat ihrem Unmut über die ihrer Ansicht nach realitätsverweigernde Normalitätsdebatte in der österreichischen Politik Luft gemacht. In einem Leserinnenbrief für die aktuelle Ausgabe des Lokalnachrichten-Blattes "Mein Bezirk" (26. Juli) äußerte die Ordensfrau Verständnis für die als "radikal" verunglimpften "Klimakleber", während die Politik nur unzureichend auf die offenkundigen Klimakatastrophen reagiere. "Wenn wir das 'Machen wir einfach so weiter!' als normal bezeichnen, dann werde ich mir Mühe geben, immer radikaler zu werden", kündigte Maringele an.
Die Provinzrätin der Haller Tertiarschwestern, die bereits 2021 durch die vom Tiroler Orden ausgehende Protestaktion gegen Abschiebungen dreier Schülerinnen nach Georgien und Armenien medienbekannt wurde, appellierte in ihrem Brief, die Augen aufzumachen und zu sehen, was momentan weltweit passiert: Laut Klimaexperten der NASA sei keines der derzeit auftretenden Wetterextreme überraschend - "weder die Rekordhitze noch die vermehrt auftretenden Waldbrände oder Überschwemmungen".
Wenn Politikerinnen und Politiker angesichts dieser Szenarien öffentlich behaupten würden, "dass die Gefahr von den KlimaaktivistInnen ausgeht, dann kann ich ihnen nur Realitätsverweigerung unterstellen", ärgerte sich Maringele. Dass die Klimakleber als radikal bezeichnet werden, stimme, "wenn wir radikal wörtlich nehmen". Das Wort komme vom lateinischen "Radix", deutsch "Wurzel". Die Klimaaktivisten gehen - so die Ordensfrau - einerseits an die Wurzel der Probleme und andererseits seien sie "verwurzelt in Werthaltungen wie Verantwortungsgefühl, Einsatzbereitschaft, auch wenn es persönliche Nachteile mit sich bringt, Solidarität usw." Das sei ihr bedeutend lieber als "normale" Ignoranz gegenüber der Klimakrise, teilte Maringele mit.
Quelle: kathpress