
Caritas begrüßt Auszahlung des Klimabonus an obdachlose Menschen
Nach knapp einem Jahr Wartezeit wird an obdachlose Menschen der Klimabonus 2022 ausgezahlt. "Die Freude bei den Betroffenen als auch beim Team der Caritas ist groß. Ein Jahr hat es letztlich gedauert, aber jetzt ist es so weit. Endlich erhalten jetzt auch obdachlose und wohnungslose Menschen den Klimabonus 2022", teilte der Wiener Caritasdirektor Klaus Schwertner am Dienstag gegenüber Kathpress mit. So seien in der Wiener Obdachloseneinrichtung "Gruft" sowie im "P7", einer Caritas-Einrichtung am Hauptbahnhof, die ersten Benachrichtigungen an anspruchsberechtigte obdachlose und wohnungslose Menschen mit der Post ergangen.
Im "P7" sei die Geldanweisung für den Klimabonus bereits für über 200 Menschen ohne Dach über dem Kopf eingelangt, die dort ihre Postadresse mit Hauptwohnsitzbestätigung angemeldet haben und die Anforderungen für die Auszahlung erfüllen. Die Kriterien des Klimaministeriums sehen vor, dass ein Hauptwohnsitz von mindestens sechs Monaten in Österreich im Anspruchsjahr und die österreichische Staatsbürgerschaft oder ein rechtmäßiger Aufenthaltsstatus Voraussetzung für den Erhalt des Klimabonus sind.
"Endlich kommt die Auszahlung des Klimabonus an anspruchsberechtigte obdachlose und wohnungslose Menschen in die Gänge", so Schwertner. Die Caritas habe diesbezüglich viele Gespräche mit dem zuständigen Klimaministerium geführt, letztendlich sei ein kleines Detail bei der Abfrage der Meldedaten der Grund für die Verzögerung gewesen. "Rasche und unbürokratische Hilfe sieht jedenfalls anderes aus", kritisierte Schwertner. Dabei seien es die Ärmsten einer Gesellschaft, die als erste und am schlimmsten von den Folgen der Klimakrise betroffen seien. "Die sozialen und ökologischen Fragen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen viel stärker gemeinsam bearbeitet und gelöst werden", so der Appell des Caritasdirektors der Erzdiözese Wien an die Politik.
"Wir sehen gerade einmal mehr in diesem Sommer, wie sehr mittlerweile obdachlose Menschen unter den enormen Hitzeperioden und hohen Temperaturen leiden", so Schwertner weiter. Der Andrang in den 22 "Klimaoasen" der Caritas und Pfarren in Wien und Niederösterreich sei auch diesen Sommer enorm. Dort finden obdachlose Menschen und Personen, die etwa in schlecht isolierten Wohnungen leben, nicht nur Zuflucht in schattigen Pfarrgärten und -höfen, sondern auch Betreuung durch freiwillige Helferinnen und Helfer.
Quelle: kathpress