
Herbert Schambeck in Baden beigesetzt
Der katholische Politiker und Wissenschafter Herbert Schambeck (89) ist am Mittwoch in Baden beigesetzt worden. Das Requiem für den längstdienenden österreichischen Mandatar in Präsidialfunktion - em. Univ.-Prof. Schambeck war von 1975 bis 1997 in Präsidentenfunktionen des Bundesrates - wurde in der Stadtpfarrkirche St. Stephan gefeiert, der Taufkirche des Verstorbenen. Daran erinnerte der frühere Grazer Bischof Egon Kapellari in der Predigt. Geleitet wurde das Requiem vom Wiener Dompfarrer Toni Faber. Unter den Mitfeiernden waren der frühere St. Pöltner Bischof Klaus Küng und der Badener Stadtpfarrer Clemens Abrahamowicz.
Bischof Kapellari, der mit dem Verstorbenen über Jahre bis zuletzt verbunden war, unterstrich in der Predigt das facettenreiche Schaffen Schambecks und sagte: "Dieser Gottesdienst ist so etwas wie ein Siegel über seinem Leben und Wirken als Sohn dieser Stadt, als Familienvater, als katholischer Rechtswissenschaftler und christdemokratischer Politiker und besonders auch als katholischer Christ im jahrzehntelangen ehrenamtlichen Einsatz für den Vatikan und die katholische Weltkirche." Wollte man einen Roman über den Verstorbenen schreiben, "er wäre jedenfalls sehr bunt, sehr umfangreich und würde eine einzigartige katholische Synthese zu Wort bringen."
Neben dem Wirken Schambecks als ÖVP-Politiker und als Rechtswissenschafter betonte Bischof Kapellari, dass dieser "als selbstbewusster katholischer Laienchrist" bald schon um eine ehrenamtliche Tätigkeit für den Heiligen Stuhl in internationalen Foren ersucht worden sei. Dem erwuchs das langjährige Engagement als Delegierter des Heiligen Stuhls bei der Generalkonferenz der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien und die Tätigkeit als Konsultor des Päpstlichen Rates für die Familie. "Besonders verdienstvoll hat er für die Gründung der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften im Vatikan gewirkt und wurde nach 20 Jahren seiner dortigen Tätigkeit zum ständigen Ehrenmitglied dieser Akademie ernannt."
Detailliert schilderte Bischof Kapellari eine Begebenheit, die ihn mit dem Verstorbenen verband und sich in Washington ereignet hatte: "Dort wurde die von ihm initiierte Mariazeller Kapelle in der Krypta der sogenannten Shrines Kathedrale, der größten katholischen Kirche in den USA, von Erzbischof Kardinal Hickey und mir als dem damaligen Europabischof gemeinsam feierlich eingeweiht. Die Initiative dazu war ausschließlich Herbert Schambeck zu verdanken." Die Kapelle gehört seither zum Ensemble mehrerer dort eingerichteter Marienkapellen mehrerer Länder.
Schambeck wurde am 12. Juli 1934 in Baden bei Wien geboren. Er verstarb am 2. Oktober in Wien.
Quelle: kathpress