
Wien: Bischof Leichtfried weihte Salesianer aus Nigeria zum Priester
Mit dem gebürtigen Nigerianer Bonaventure Ifeanyichukwu Ughonu ist am Samstag der 31. und voraussichtlich letzte Neupriester der katholischen Kirche in Österreich des Jahrgangs 2023 geweiht worden. Der St. Pöltner Weihbischof Anton Leichtfried legte dem 35-jährigen Salesianer in der Pfarrkirche Don Bosco in Wien-Neuerdberg die Hände auf, sowie auch dessen Landsmann Chinedu Cosmas Okafor (39), der zum Diakon auf dem Weg zum Priesteramt geweiht wurde.
Der Weihegottesdienst atmete "einen Hauch von Weltkirche", wie es Salesianer-Provinzial Siegfried Kettner gleich bei der Begrüßung feststellte: Nicht nur Familienangehörige der beiden Weihekandidaten aus Nigeria waren zu der Festmesse in die Pfarre Don Bosco gekommen, sondern man sah auch mehr als ein Dutzend in Österreich wirkende Priester und Ordensleute aus Nigeria, Mitglieder der Vereinigung "Nigerian Priests and Religious Austria" unter den rund 50 anwesenden Priestern. Musikalisch wurde die Feier von einem Chor und Instrumentalensemble der Salesianischen Jugendbewegung sowie von einer nigerianischen Musikgruppe gestaltet. Die Festmesse wurde von über 500 Personen in Nigeria über Livestream mitverfolgt.
Bischof Leichtfried dankte in seiner Predigt den beiden Weihekandidaten für deren Bereitschaft, in Österreich für eine bestimmte Zeit das kirchliche Leben in ihrer Ordensgemeinschaft zu unterstützen. Ihr "Aufbruch" aus der afrikanischen Heimat sei mit jenem Abrahams im Alten Testament der Bibel vergleichbar, so der Bischof, der für den kurzfristig ausgefallenen belgischen Salesianerbischof Lucas Van Looy als Weihespender eingesprungen war. Leichtfried nannte es ein Zeichen wahrer Größe, eigene Fähigkeiten und Kräfte ganz für Gott und für andere einzusetzen. Diakon zu sein bedeute, "anderen zu dienen, weil Christus uns dient".
Beide Weihekandidaten waren von der Heimatprovinz ihres Ordens nach Österreich entsandt worden, zum Studium und für eine mehrjährige Seelsorgetätigkeit. Der Neupriester Bonaventure Ifeanyichukwu Ughonu war in Nigeria zunächst Lehrer, wurde dann Salesianer Don Boscos und absolvierte das Noviziat in Ghana, ehe er 2011 die Ordensgelübde ablegte und nach dem Philosophiestudium in seiner Heimat als Religionslehrer und in einem Internat und Jugendzentrum wirkte. 2017 kam er nach Wien, wo er zunächst in der Ausbildungsgemeinschaft im Wiener Salesianum sowie in der Wiener Pfarre Stadlau lebte. In seiner Diakonatszeits wechselte er nach Fulpmes (Tirol), von wo aus HTL-Schüler und Kollegen ebenfalls zur Weihe gekommen waren.
Der aus dem nigerianischen Bundesstaat stammende Chinedu Cosmas Okafor arbeitete in seiner Heimat nach der Matura zunächst in verschiedenen Berufen, trat dann nach einem Computertechnik-Studium 2010 den Salesianern in deren Ordensseminar in Sunyani (Ghana) bei und legte 2012 die ersten Ordensgelübde ab. Nach dem Philosophiestudium in Ibadan/Nigeria war er Erzieher, begleitete dann als Assistent Jugendliche aus Ghana, Nigeria, Liberia und Sierra Leone auf den Weg zum Ordenseintritt und wurde nach Deutschkursen von seinem Orden ebenfalls nach Österreich gesandt. Sein Diakonatsjahr verbringt er in Wien-Stadlau.
Starker Weihejahrgang
Mit der Priesterweihe in Wien-Neuerdberg beträgt die Gesamtzahl der auf österreichischem Gebiet wirkenden katholischen Neupriester des Jahres 2023 somit 31 - gleich viele wie 2020 und davor im Jahr 2011. Dazwischen lag die Zahl deutlich darunter, bei durchschnittlich 23 Neupriestern pro Jahr, wobei der bislang schwächste Weihejahrgang mit 15 Weihen im Jahr 2017 war.
Elf Neupriester wurden in Österreich geboren, neun in Deutschland, zwei aus Venezuela sowie jeweils einer in Italien, der Ukraine, Spanien, Nigeria, Burundi, Indien, Vietnam, der USA und Mexiko. 18 der in der Statistik berücksichtigten Neupriester gehören einer österreichischen Diözese an, 13 sind Mitglieder von Ordensgemeinschaften. Unter diesen gibt es fünf Benediktiner, vier Zisterzienser sowie je ein Mitglied der Karmeliten, Brüder Samariter FLUHM, Diener Jesu und Mariens sowie Salesianer Don Boscos. Das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Weihe betrug 33 Jahre.
Quelle: kathpress