Kärnten: Caritas bietet Führung in die Welt der Obdachlosen an
Im "Eggerheim" der Caritas in Klagenfurt bekommen 70 Menschen täglich ein warmes Essen, rund 25 bleiben über Nacht. Neuerdings bietet die Caritas auch Führungen durch die Welt der Obdachlosen an, um mehr Bewusstsein für ihre Situation zu schaffen, wie der ORF-Kärnten am Mittwoch berichtete. Es sei wichtig, die Menschen zu sensibilisieren, so der Kärntner Caritasdirektor Ernst Sandriesser. Es gehe darum, hinzuschauen und nicht wegzuschauen und im Winter das Kältetelefon anzurufen, wenn jemand Hilfe brauche, so Sandriesser.
Die Tour startet beim Eggerheim und führt zu den bevorzugten Aufenthaltsorten der Obdachlosen. Etwa zu einem Markt, wo es kostenlos Internet gibt oder zu einem Brunnen, wo sie sich - zumindest in der wärmeren Jahreszeit - waschen können.
Geleitet werden die Touren von einem ehemaligen Obdachlosen, der es mithilfe der Caritas zurück in ein geregeltes Leben geschafft hat und seltene Einblicke in eine Welt bietet, die sonst verborgen bleibt.
40 Jahre "Eggerheim"
Das "Eggerheim" in Klagenfurt, eine Tagesstätte für obdach- und wohnungslose Menschen der Caritas Kärnten, wurde heuer 40 Jahre alt. 1983 wurde auf Initiative des damaligen Caritasdirektors Viktor Omelko in der Kaufmanngasse 6 das "Eggerheim" eröffnet - und zwar in jenem Gebäude, das dank der Stifterin Maria Theresia Egger bis 1974 eine Wohnstätte für angehende Lehrerinnen und Lehrer war. Schon bald wurde im "Eggerheim" auch eine kleine Notschlafstelle - die "Gruft" - eingerichtet, in der in der Anfangszeit rund 60 Menschen jährlich nächtigten.
Aufgrund des steigenden Bedarfs wurde die Tagesstätte 1990 zum ersten und 2016 zum zweiten Mal um- und ausgebaut. Vor sieben Jahren wurde auch eine Lebensmittelausgabe eingerichtet und das Kältetelefon eingeführt. 2021 entstand im Obergeschoß der Tagesstätte die "Notschlafstelle neu" im Auftrag der Stadt Klagenfurt. Die Stadt finanziert die Notschlafstelle. Stadt und Land kommen zur Hälfte für die Kosten des "Eggerheimes" auf, den Rest finanzieren die Spender der Caritas.
Die Tagesstätte bietet neben den Möglichkeiten zu duschen, Wäsche zu waschen, sich einfach nur aufzuhalten und eine warme Mahlzeit zu bekommen, auch eine Meldeadresse und psychologische und soziale Betreuung.
Besuchten vor 20 Jahren noch 550 Betroffene im Jahr das "Eggerheim", so sind es mittlerweile rund 800 Menschen jährlich. Heute gibt es neben der Tagesstätte, der Notschlafstelle und der Lebensmittelausgabe aber u.a. auch noch das St. Notburga Wohnhaus, das leistbares Wohnen bietet.
Quelle: Kathpress
