
Österreicher moderiert Welt-Versammlung der Steyler Missionare
Ordensobere der Steyler Missionare aus aller Welt beraten von 16. Juni bis 14. Juli gesellschaftliche, ökologische und spirituelle Herausforderungen in einer "verwundeten Welt". Der österreichische Pater Franz Helm wird einer der Moderatoren des Generalkapitels der Ordensgemeinschaft in Nemi bei Rom sein, bei dem auch die Neuwahl der Ordensleitung auf dem Programm steht. Helm ist Koordinator der Europa-Zone der Steyler Missionare. In einer Aussendung kündigte er bereits im Vorfeld drei thematische Schwerpunkte der Beratungen an: "Die Wunden, die der Schöpfung zugefügt wurden und die ökologische Transformation, der digitale Bereich mit seinen Chancen und Problemen sowie Familie und Jugend."
Angestoßen durch die Corona-Pandemie hatten sich die Steyler Missionare in den vergangenen drei Jahren in einem Arbeitspapier mit den Aufgaben der Ordensbrüder in der heutigen Zeit beschäftigt. Unter dem Thema "So soll euer Licht vor den Menschen leuchten (Mt 5,16): Treue und kreative Jünger in einer verwundeten Welt" werden 153 Teilnehmer aus 31 Ländern über die zukünftige Ausrichtung der 6.000 Mitglieder zählenden Ordensgemeinschaft diskutieren. Thema werden auch "Wunden der Ordensgemeinschaften" sein, so Helm: "So wollen wir zum Beispiel auch bei der Missbrauchsproblematik genau hinschauen und Wege zur Prävention finden."
Neuwahl der Ordensleitung
Ein Höhepunkt des Generalkapitels wird eine Privataudienz bei Papst Franziskus am 28. Juni sein. Am 4. Juli wird in einer Wahl entschieden, wer Pater Paulus Budi Kleden als neuer Generalsuperior ablöst. Er wurde erst kürzlich von Papst Franziskus zum Erzbischof von Ende in Indonesien ernannt. Gewählt werden auch die Mitglieder des Generalrats, die den Generaloberen bei der Leitung des Ordens unterstützen werden. Abgestimmt wird auch über das Abschlussdokument, das festlegt, wie die Arbeit der Steyler Missionare in den kommenden sechs Jahren aussehen soll.
Alle sechs Jahre halten die Steyler Missionare, nach ihrem lateinischen Ordensnamen "Societas Verbi Divini" auch SVD genannt, ein Generalkapitel ab. Die Mitteleuropäische Provinz (Österreich, Schweiz, Kroatien und Paris) ist mit Provinzial P. Christian Stranz sowie dem vom Provinzkapitel gewählten Delegierten P. Janvier Koutandji vertreten.
Das Generalkapitel ist das oberste gesetzgebende Organ der Ordensgemeinschaft. Gegründet wurde die Gemeinschaft 1875 vom Heiligen Arnold Janssen in Steyl in den Niederlanden. Die fast 6.000 Mitglieder des Ordens engagieren sich auf allen Kontinenten aktiv in den verschiedensten Diensten, darunter in der Seelsorge, Bildung, Gesundheit, im Bibelapostolat, der Kommunikation und im Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.
Quelle: kathpress