
Katholische Erwachsenenbildung: Knapp halbe Million Beteiligte 2023
475.000 Teilnehmende bei knapp 26.000 Veranstaltungen: Das ist die Bilanz des Forums Katholischer Erwachsenenbildung (KEB) für das Jahr 2023. Es sei eine deutliche Steigerung von rund 100.000 Teilnehmenden im Vergleich zu 2022, informierte KEB-Bundesgeschäftsführer Bernd Wachter anlässlich der Präsentation des Wirkungsberichts. Ziel sei, an die Zahlen der Jahre vor Corona anzuschließen; laut Wachter ist man "auf einem sehr guten Weg". 2019 zählte das Forum in Österreich 700.000 Teilnehmende bei 30.000 Veranstaltungen.
In den Vorträgen, Lehrgängen und Seminaren gehe es um die Befähigung "zur offenen und dialogischen Auseinandersetzung mit brisanten Themen der heutigen Zeit", erklärte Wachter, der aktuell auch Vorsitzender der Konferenz der Österreichischen Erwachsenenbildung (KEBÖ) ist. Als Grundprinzip verfolge man die Erweiterung nicht des Gewinns, sondern der sozialen und menschlichen Kompetenz. Möglich sei dies vor allem durch den Einsatz von rund 600 Hauptamtlichen und 10.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus über 70 kirchlichen Bildungseinrichtungen.
Unterstützung erhält die katholische Erwachsenenbildung auch vonseiten des Vatikans: "Katholische Erwachsenenbildung ist weder Katechese noch Evangelisierung", zitiert die Aussendung Melchor Sanchez de Toca, Untersekretär im Dikasterium für die Kultur und Bildung, der unlängst Bischof Wilhelm Krautwaschl und Führungskräfte der katholischen Erwachsenenbildung in Österreich begegnet war. Erwachsenenbildung sei "keine kirchliche Nebenbei-Tätigkeit", vielmehr gehe es um die Gestaltung unserer Gesellschaft, und dafür brauche es Wissen und Kompetenzen, so Sanchez de Toca.
Erhöhung der Förderungen
Anerkennung und vermehrte Förderung habe es auch seitens des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung gegeben, informierte die KEB. So wurde eine Erhöhung der Förderung der KEB um sieben Prozent vereinbart, auf insgesamt 6,8 Millionen Euro. Auch 2022 und 2023 konnten bereits Valorisierungen um jeweils 5 Prozent vereinbart werden.
"Die gemeinsame Unterzeichnung der Förderverträge und die Valorisierung der Förderung ist ein wichtiges Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für die Erwachsenenbildung in Österreich", unterstrich Wachter. Die in der Konferenz der Erwachsenenbildung vereinten Verbände führen pro Jahr mehr als 250.000 Veranstaltungen durch und erreichen damit mehr als vier Millionen Menschen. "Die nun fixierten Förderverträge sind eine wichtige Basis für die Verbände und ein deutliches Signal an die Träger, Länder und Kommunen", so der KEBÖ-Vorsitzende.
Die 1972 gegründete Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) ist die Arbeitsplattform der im Erwachsenenbildungs-Förderungsgesetz von 1973 anerkannten Österreichischen Erwachsenenbildungsverbände. Die vertretenen Bundes-Verbände sind autonom und nicht gewinnorientiert. Zu den Mitgliedern zählen neben dem Forum Katholischer Erwachsenenbildung, etwa der Büchereiverband Österreichs oder das Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer Österreich.
Quelle: kathpress