
KAVÖ-Herbsttagung mit Fokus auf Schule und Migration
Wie demokratische Teilhabe und sozialer Zusammenhalt durch Bildung gestärkt werden können, steht im Mittelpunkt der diesjährigen Herbsttagung des Katholischen Akademiker:innenverbands Österreichs (KAVÖ). Unter dem Titel "Fokus: Schule. Bildung im Spannungsfeld von Migration und Demokratie" diskutieren am 28. November im Wiener Kardinal-König-Haus Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Schule und Politik über Wege zu einer chancengerechten und demokratiestärkenden Bildung.
"Wir werden diskutieren, was es heute und morgen braucht, damit Bildung ein Motor für eine menschenrechtsbasierte rechtsstaatliche Demokratie sein kann", so KAVÖ-Präsident Hans Schelkshorn in einer Ankündigung zur alljährlichen Herbsttagung. Nach Grußworten von Schelkshorn, emeritierter Professor für Interkulturelle Religionsphilosophie an der Universität Wien, und Thomas Immervoll, Vizepräsident der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), kommen Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen miteinander ins Gespräch.
Zu den Sprecherinnen und Sprechern zählen u.a. die Migrationsexpertin Judith Kohlenberger (WU Wien), die Lehrerin Ilkay Idiskut - bekannt aus dem preisgekrönten Film "Favoriten" (Österreichischer Filmpreis 2025) -, Andrea Berger-Gruber (Direktorin des Gymnasiums Wolfgarten in Eisenstadt), Zekirija Sejdini (Professor für Islam in der Gegenwartsgesellschaft, Universität Wien), Doris Wagner (Bildungsministerium) und der burgenländische Landtagsabgeordnete und Grünen-Gemeinderat Felix Stadler.
Kohlenberger beschreibt Migration in der Ankündigung der Tagung als "Brennglas, das bestehende soziale Herausforderungen verstärkt". Immer häufiger werde von der Politik erwartet, "dass Migrationspolitik komplexe soziale Probleme löst, die eigentlich in der Sozial-, Wohnungs-, Bildungs- oder Gesundheitspolitik verankert sind". Das führe zu Konflikten, wachsendem Misstrauen in die Politik und stärke populistische Strömungen.
Notwendige Änderungen im Bildungssystem
Der Politiker Stadler kritisiert das österreichische Bildungssystem als "ungerecht und ineffizient". Hauptprobleme seien die Vererbung von Bildungserfolg und der hohe Anteil an Jugendlichen mit unzureichenden Grundkenntnissen. Gefordert seien daher "eine gemeinsame Schule, mehr Ganztagsschulen und mehr Ressourcen in der Elementarbildung". Ähnlich die Pädagogin Ilkay Idiskut, die gleiche Bildungschancen für alle Kinder fordert. Dafür nötig sei jedoch eine gerechte Durchmischung in Österreichs Schulen. "Das Miteinander entsteht, wenn sich Menschen, Kinder und Jugendliche in einem geschützten Raum austauschen können. Dazu braucht es unterschiedliche Sprachen, Kulturen und Begegnungen in den Klassen, um die Vielfalt erleben zu können", so Idiskut.
(Anmeldung zur Herbsttagung bis 17.11. erforderlich unter: https://respond.kaoe.at/public_registration/17)
Quelle: kathpress