
Linzer Domcenter erhält Bauherr:innenpreis 2025
Das Linzer Domcenter wurde von der Zentralvereinigung der Architektinnen und Architekten Österreichs (ZV) mit dem Bauherr:innenpreis 2025 ausgezeichnet. Die Verleihung der Preise an insgesamt sieben Projekte erfolgte am Freitag in Wiener Neustadt. Insgesamt gab es 112 Einreichungen von denen 24 für die sieben vergebenen Preis nominiert wurden. Unter den Nominierten waren zwei weitere Projekte mit kirchlichem Bezug: Der Bio-Urnenfriedhof "Paradies am Dom" in Klagenfurt bei dem Bauherrin die Dompfarre ist, und der ehemalige Pfarrhof in der zum oststeirischen Hartberg gehörenden Lebing Au. Die Preisvergabe erfolgte im Beisein von Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler sowie von Karl Wilfing, Präsident des NÖ-Landtages.
Das ausgezeichnete Besucher- und Informationszentrum Domcenter in Linz ist ein neu errichteter barrierefreier Willkommens- und Begegnungsraum direkt am Mariendom, der Führungen, Veranstaltungen und den Domshop-Betrieb unterstützt. Realisiert wurde das Projekt im Auftrag der Bischof-Rudigier-Stiftung zusammen mit den Architekturbüros Peter Haimerl Architektur und Studio Clemens Bauder sowie der Tragwerksplanung von Weilhartner ZT GmbH.
Die Auftraggeber des Domcenters hatten nach einer Lösung dafür gesucht, dass der Haupteingang der neugotischen Kirche im Norden liegt, der große Domplatz, der für kulturelle wie religiöse Ereignisse der Stadt genutzt wird, jedoch im Osten. Die bislang weitgehend verschlossene Seite der Bischofskirche habe geöffnet werden sollen, mit direktem Zugang zum Domschatz und Integration verschiedener Funktionen. So entstand ein Pavillon aus leichten, baldachinartigen Sichtbetongewölben, die von Ferne wie ein Zelt erscheinen, das sich an den Dom lehnt und auch stilistische Anklänge erkennen lässt, ohne dabei das Gotteshaus selbst anzutasten.
Außergewöhnliche Lösungen
Der ZV-Bauherr:innenpreis wird seit 1967 vergeben und würdigt Persönlichkeiten oder Personenkreise, die sich in besonderer Weise um die Baukultur in Österreich verdient gemacht haben. Bewertet werden dabei insbesondere architektonische Qualität, innovativer Charakter und der Beitrag zur Verbesserung des Lebensumfeldes. Die Jury sucht nach Projekten, bei denen die enge Zusammenarbeit von Bauherren und Architekten zu außergewöhnlichen Lösungen geführt hat. "Ein Großteil der mehr als 300 bisher ausgezeichneten Bauten ist zu einem fixen Bestandteil des Kanons der österreichischen Architekturgeschichte der jüngeren Vergangenheit geworden", hielt die Zentralvereinigung im Zuge der Preisvergabe fest.
Quelle: Kathpress