
Frostwelle in Österreich: Mit dem Kältetelefon Leben retten
Die anhaltende Kälte in Österreich mit starken Minusgraden in den Nächten stellt für obdachlose Menschen eine mitunter akute Lebensgefahr dar. Die Caritas appelliert daher an die Bevölkerung, aufmerksam hinzusehen, obdachlose Menschen aktiv anzusprechen und Hilfe anzubieten. Bei akuten gesundheitlichen Notfällen sei umgehend der Notruf 144 zu wählen, bei Unsicherheit empfehle sich die Kontaktaufnahme mit dem jeweiligen Caritas-Kältetelefon. Ein einzelner Anruf könne ausreichen, um rasch Hilfe zu organisieren und Betroffene in einen warmen, sicheren Ort zu bringen.
Die Situation sei dramatisch, machte Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler am Montag deutlich. Die derzeitige starke Kälte sei für Menschen ohne Zuhause eine "tödliche Gefahr", die Nächte sogar lebensbedrohlich. "Niemand darf in Österreichs Winter auf der Straße erfrieren müssen", betonte sie in einer Caritas-Aussendung. Die bestehenden Kältetelefone und Angebote der Winternothilfe seien derzeit landesweit in Betrieb.
In Wien ist das Caritas-Kältetelefon unter der Rufnummer 01/4804-553 rund um die Uhr erreichbar. Im Burgenland können Hinweise täglich zwischen 8.00 und 22.00 Uhr unter 0676/8373-0322 gemeldet werden, in der Steiermark jeweils von 18.00 bis 24.00 Uhr unter 0676/8801-58111. Für Kärnten steht das Kältetelefon unter 0463/3960-60 in den Abend- und Nachtstunden zur Verfügung, während in Salzburg unter 0676/8482-10651 ein 24-Stunden-Dienst eingerichtet ist.
In Tirol ist das Kältetelefon der Tiroler Sozialen Dienste unter 0512/2144-7 ganztägig erreichbar. In Vorarlberg nimmt das Caritas Center Feldkirch Hinweise unter 05522/200-1700 entgegen, zusätzlich ist die Notschlafstelle am Jahnplatz in Feldkirch unter 05522/200-1200 in den Nachtstunden geöffnet. Für das Linzer Stadtgebiet ist in Oberösterreich das Kältetelefon des Sozialvereins B37 unter 0732/7767-67560 geschaltet. In Niederösterreich gibt es kein eigenes Kältetelefon; dort stehen Notschlafstellen unter anderem in St. Pölten und Wiener Neustadt zur Verfügung.
Ergänzend zu den Kältetelefonen stellt die Caritas in allen Bundesländern Wärmestuben, Tageszentren und Notquartiere zur Verfügung. Diese Einrichtungen bieten Schutz vor der Kälte, warme Mahlzeiten sowie eine erste psychosoziale und medizinische Betreuung durch Streetwork-Teams.
So sind derzeit etwa allein in Wien 43 Wärmestuben in Pfarren geöffnet. Das von über 1.200 Freiwilligen getragene, an je nach Standort unterschiedlichen Wochentagen geöffnete Angebot wurde im vergangenen Winter von mehr als 21.000 Gästen genutzt. Geboten wird nicht nur Schutz vor der Kälte, sondern auch Raum für Begegnung und Unterstützung, Kinderspielecken, warme Mahlzeiten und Getränke sowie Ruhe, Gespräche und ein offenes Ohr. In einzelnen Wärmestuben werden zusätzlich Sozial- und Rechtsberatung, seelsorgliche Begleitung oder praktische Hilfen wie Kleiderausgaben angeboten.
Quelle: kathpress