
Mobilität und Biodiversität: Kirchlicher Umweltpreis vergeben
Am Freitagnachmittag ist in St. Pölten der österreichweite kirchliche Umweltpreis 2025 vergeben worden. Insgesamt wurden zwölf Hauptpreise an evangelische und katholische Pfarren sowie an Ordenseinrichtungen verliehen; darüber hinaus gab es 25 Anerkennungspreise. Als erste Gratulanten stellten sich der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz und die neue evangelische Bischöfin Cornelia Richter ein.
Der Umweltpreis wurde dieses Mal in den beiden Kategorien Mobilität und Biodiversität vergeben. Mit 37 Einreichungen verzeichnete der Preis nahezu eine Verdreifachung gegenüber der letzten Ausschreibung 2023, wie Markus Gerhartinger, Sprecher der kirchlichen Umweltbeauftragten Österreichs, sagte.
Hoffnung, Tatkraft und Kreativität
Der kirchliche Umweltpreis zeige, so Bischof Schwarz, "wie viel Hoffnung und Tatkraft in unseren Pfarren, Orden und kirchlichen Einrichtungen steckt". Der Preis ermutige zugleich, Neues zu beginnen, so Schwarz in seinem Grußwort: "In der Mobilität können wir Wege finden, CO2 zu sparen und kirchliches Leben klimafreundlich zu gestalten. In der Biodiversität schützen wir Lebensräume, damit die Vielfalt der Schöpfung erhalten bleibt."
Ähnlich äußerte sich auch Bischöfin Richter. Der kirchliche Umweltpreis unterstütze "neues, kreatives Denken und Handeln". Es brauche möglichst viele Menschen, "die sich trauen, anders zu denken, neue Wege auszuprobieren, die Dinge anders zu machen als bisher". Richter weiter: "Von den ersten Seiten der Bibel an ist uns die Verantwortung für die Schöpfung übergeben. Wir sind es, die sie in ihrer gesamten Schönheit zu bewahren haben." Vieles davon sei bereits aufs Spiel gesetzt, vieles sei durch die menschliche Gier nach immer mehr Wachstum bereits verloren. Umso wichtiger sei es, "unserer Verantwortung in ökumenischer Gemeinschaft nachzukommen".
"Schöpfungsfreundlichkeit"
Die Bedeutung der Orden für den Umweltschutz hob Sr. Anneliese Herzig von der Österreichischen Ordenskonferenz hervor. Etwa durch Projekte zur Erhaltung der Artenvielfalt oder nachhaltige Land- und Forstwirtschaft oder auch Schonung der natürlichen Güter würden Orden seit jeher und bis heute einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten. "Schöpfungsfreundlich mobil" und nachhaltig zu leben seien "Werte, die im Kern des Ordenslebens verankert sind und die auch in den eingereichten Initiativen sichtbar werden", so Herzig.
Ein weiteres Grußwort kam in Vertretung von Infrastrukturminister Peter Hanke von Wiebke Unbehaun von der Ministeriums-Abteilung für Aktive Mobilität und Mobilitätsmanagement. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig würdigte in einem Video-Grußwort die kirchliche Initiative und alle, die sich daran beteiligen.
Sanfte Mobilität, Blühwiesen und wilde Gärten
In der Kategorie "Mobilität" wurden das Elisabethinen-Krankenhaus in Klagenfurt für die Ökologisierung des eigenen Fuhrparks, die Pfarre Gratkorn in Graz für die Förderung sanfter Mobilität und die Grazer katholische Stadtkirche für u.a. ein Fastenkabarett und einen spirituellen Fastenpfad ausgezeichnet. Weiters auch das Ordensklinikum Linz und die evangelische Pfarrgemeinde Mödling für ihr jeweiliges Mobilitätsmanagement.
In der Kategorie "Biodiversität" gingen die Hauptpreise an die Gemeinschaft Ancillae Domini für ihre Blühwiesen rund um ihren Kloster-Vierkanthof, das Katholische Bildungswerk Tirol und das Freiwilligenzentrum Innsbruck-Land für die Einrichtung von Saatgutbibliotheken, sowie an die Pfarre Dechantskirchen dafür, dass sie seit 25 Jahren den pastoralen Schwerpunkt "Ökologie und Nachhaltigkeit" umsetzt. Weitere Hauptpreisträger waren das Stiftsgymnasium Stams für das Projekt "Schulgarten", das Zisterzienserstift Rein für seinen "Wilden Barockgarten", die Benediktinerabtei Seckau für ihre naturnahe Waldwirtschaft im Klosterwald und der St. Barbara Friedhof in Linz.
Beeindruckende Vorbilder
Die ausgezeichneten Projekte sind in einer begleitenden Broschüre dokumentiert, in der u.a. auch die Politik die Bedeutung des Umweltpreises bzw. der damit einhergehenden Initiativen würdigt. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig zeigt sich in einem Grußwort erfreut darüber, dass der aktuelle kirchliche Umweltpreis u.a. dem Erhalt der Biodiversität gewidmet ist und sich Kirchen und Religionsgemeinschaften in diesem Bereich so engagiert einbringen würden. Totschnig wörtlich: "Alle eingereichten Projekte sind beeindruckend. Sie sind Vorbilder dafür, wie sehr soziales Miteinander und Biodiversitätsschutz verknüpft sind. Sie motivieren und zeigen auf, wie Natur und Kultur im Einklang miteinander erhalten und gepflegt werden können."
Mobilität sei weit mehr als die Fähigkeit, von A nach B zu gelangen, betont Infrastrukturminister Peter Hanke in seinem Grußwort. Sie "prägt unseren Alltag, bestimmt unsere gesellschaftliche Teilhabe und beeinflusst die Art, wie wir leben, arbeiten und unsere Umwelt gestalten". Es sei ihm wichtig, so der Minister, "Mobilität als Verbinder zu sehen". Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit müssten zusammen gedacht werden.
Der Preis wird von den katholischen und evangelischen Umweltbeauftragten gemeinsam mit den Ordensgemeinschaften und der Fachstelle "Überdiözesane Umweltarbeit der katholischen Kirche in Österreich" vergeben. Das Preisgeld beträgt insgesamt 13.000 Euro. Musikalisch umrahmt wurde die Preisverleihung von Jesús Carbo-Fuster am Violoncello und Martina Bender am Klavier.
(Infos: www.schoepfung.at)
Quelle: kathpress