
Altbischof Aichern vor 44 Jahren zum Linzer Bischof geweiht
Der emeritierte Linzer Diözesanbischof Maximilian Aichern OSB ist vor 44 Jahren, am 17. Jänner 1982, im Linzer Mariendom zum Bischof geweiht worden. Aichern, der heute 93 Jahre alt ist, stand der Diözese Linz bis 2005 vor und prägte die katholische Kirche weit über Oberösterreich hinaus als profilierter Sozialbischof, hieß es in einer Aussendung der Diözese Linz anlässlich des Jubiläums. Der Jahrestag fällt auf denselben Kalendertag, an dem auch der amtierende Linzer Bischof Manfred Scheuer 2016 sein Amt übernommen hat.
Zum Bischof von Linz ernannt wurde Aichern am 15. Dezember 1981 von Papst Johannes Paul II. Zuvor war er Abt des Benediktinerstiftes St. Lambrecht in der Steiermark. Die Bischofsweihe habe unter extremen winterlichen Bedingungen stattgefunden, erinnerte die Diözese; trotzdem seien rund 10.000 Gläubige in den Mariendom gekommen. Der damalige Wiener Erzbischof Kardinal Franz König spendete gemeinsam mit Altbischof Franz Zauner und Bischof Alois Wagner die Weihe; weitere rund 20 Bischöfe aus dem In- und Ausland assistierten.
In späteren Rückblicken erinnerte Aichern daran, dass er als "Fremder" nach Linz gekommen sei, jedoch von den Mitbrüdern im Episkopat, den Seelsorgern und den Gläubigen rasch herzlich aufgenommen worden sei. Besonders prägend sei für ihn die hohe Bereitschaft zur Zusammenarbeit und das positive Klima in der Diözese gewesen: "Und gestärkt hat mich wirklich die große Bereitschaft zur Zusammenarbeit und die positive Atmosphäre in der Diözese Linz und im ganzen Land Oberösterreich", wird Aichern in der Linzer Kirchenzeitung dazu zitiert.
Sozialbischof und Brückenbauer
Während seiner fast 24-jährigen Amtszeit machte sich Aichern vor allem durch sein starkes soziales Engagement einen Namen. In der Österreichischen Bischofskonferenz war er lange für Sozialfragen zuständig. Unter anderem initiierte er 1987 die erste bischöfliche Arbeitslosenstiftung Österreichs, war Mitbegründer der "Allianz für den freien Sonntag" und an der Erarbeitung des Sozialhirtenbriefs der Bischöfe 1990 beteiligt. Auch am ökumenischen Sozialwort von 2003 wirkte er maßgeblich mit. Der von ihm gegründete Osthilfefonds unterstützt bis heute Partnerdiözesen in Mittel- und Osteuropa.
Der Linzer Bischof Manfred Scheuer würdigte Aichern anlässlich dessen 90. Geburtstags vor drei Jahren als eine Persönlichkeit mit "wacher und aufmerksamer Zeitgenossenschaft", großer Dialogfähigkeit und innerer Ausgewogenheit. Bis vor wenigen Monaten übernahm Aichern trotz gesundheitlicher Einschränkungen weiterhin liturgische und pastorale Aufgaben. Sein bischöflicher Wahlspruch "In caritate servire" (In Liebe dienen) präge nach wie vor sein Wirken und Denken, so die Diözese.
Quelle: kathpress