
Katholische Jugend: Grundwehrdienst und Zivildienst gleich behandeln
Die Katholische Jugend Österreich (KJÖ) fordert eine Gleichstellung von Grundwehrdienst und Zivildienst. Es sei nicht einsehbar, dass der Zivildienst weiterhin länger dauern soll als der Grundwehrdienst, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung. Diese Ungleichbehandlung sei aus Sicht der Katholischen Jugend unpassend und nicht mehr zeitgemäß, "weil es junge Menschen, die aus ethischen und moralischen Gründen den Dienst an der Waffe verweigern, benachteiligt". Ebenso brauche es eine Gleichstellung und faire Betrachtung von Wehrdienst, Zivildienst und Zivilersatzdienst, wie das Freiwillige Soziale Jahr.
Die KJÖ reagiert damit auf den am Dienstag veröffentlichten Bericht der Wehrdienstkommission zur Weiterentwicklung des Wehrdienstsystems. Als zentrales Element empfiehlt die Kommission eine Verlängerung des Grundwehrdienstes (inklusive verpflichtender Milizübungen) auf zehn Monate sowie des Zivildienstes auf zwölf Monate.
Klemens Lesigang, Vorsitzender der KJÖ, hielt in der Aussendung fest: "Junge Menschen übernehmen in allen diesen Diensten Verantwortung und leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unser Land - es ist nicht nachvollziehbar, warum manche Formen dieses Dienstes strukturell als weniger wert behandelt werden."
Gerade das österreichische Gesundheits- und Sozialsystem sei in vielen Bereichen auf den Einsatz von Zivildienern und Freiwilligendienstleistenden angewiesen. Eine Verlängerung, insbesondere ohne substanzielle Verbesserungen, würde die Belastung der Betroffenen erhöhen und ein falsches Signal senden: dass ziviles Engagement weniger Anerkennung erfahre als andere Formen des Pflichtdienstes, waernt die KJÖ.
Darüber hinaus betont die KJÖ, dass junge Menschen vor Antritt ihres Grundwehrdienstes oder Zivildienstes oft bereits Fixkosten zu tragen haben - etwa für Wohnen, Mobilität, Versicherungen oder laufende Verpflichtungen. Wer Dienst für die Allgemeinheit leistet, dürfe nicht in finanzielle Unsicherheit gedrängt werden.
Statt einer Verlängerung fordere man daher eine Gleichberechtigung aller Dienste, eine faire Entlohnung für die geleistete Arbeit und bessere Arbeitsbedingungen - "für alle jungen Menschen im Pflichtdienst, unabhängig davon, ob sie Wehrdienst, Zivildienst oder Zivilersatzdienst leisten". Wertschätzung müsse auch konkret spürbar sein: durch faire Bezahlung, klare Arbeitszeiten, Schutz vor Überlastung und Bedingungen, mit denen junge Menschen ihre laufenden Kosten decken können, so die KJÖ.
Quelle: kathpress