
Ordensspitäler Oberösterreich: Versorgung trotz Streiks
Trotz des für Donnerstag (22. Jänner) von der Gewerkschaft vida ausgerufenen Streiks ist die Versorgung von Notfällen und stationären Patientinnen und Patienten in den Ordensspitälern Oberösterreich gesichert. Geplante Eingriffe seien jedoch teilweise betroffen, teilten die Ordensspitäler am Mittwoch in einer Aussendung mit. "Unser oberstes Ziel ist und bleibt die sichere Versorgung der Patientinnen und Patienten. Dass es dennoch zu Verschiebungen einzelner Operationen kommt, ist eine unmittelbare Folge des von der Gewerkschaft vida ausgerufenen Streiks", erklärte dazu der Geschäftsführer der OÖ Ordensspitäler Koordinations GmbH, Johann Minihuber. Nach aktuellem Stand sollen 117 geplante Operationen verschoben werden, diese seien jedoch bereits neu terminiert oder vorgezogen worden.
Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft vida und den Vertretern der Ordensspitäler dauern seit Ende November an. Die Arbeitnehmerseite fordert eine Lohnerhöhung mindestens in Höhe der Inflation und eine Reduktion der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Die Arbeitgeberseite hatte bereits zuvor erklärt, dass eine solche Arbeitszeitverkürzung Mehrkosten in Höhe von rund 80 Millionen Euro jährlich verursachen und zusätzliches Personal erfordern würde, das aufgrund des Fachkräftemangels nicht verfügbar sei. Vonseiten der Ordensspitäler war eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 3,3 Prozent ab 1. Juli 2026 vorgeschlagen worden, diese würde sich am Abschluss des öffentlichen Dienstes auf Bundesebene orientieren, hieß es.
Dank des Engagements vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könne der Spitalsbetrieb am Streiktag aufrechterhalten werden, so Minihuber. Notfälle sowie medizinisch unaufschiebbare Behandlungen seien - durch einen Konsens zwischen den Ordensspitälern Oberösterreich und den zuständigen Betriebsräten - vom Streik nicht betroffen. Auch die Versorgung aller stationären Patientinnen und Patienten sei gewährleistet, hieß es. Betroffene Personen würden über Verschiebungen direkt und rechtzeitig informiert.
Die Ordensspitäler stünden in laufendem Austausch mit den Betriebsräten, hieß es weiter. Wie viele Beschäftigte tatsächlich am Streik teilnehmen werden, könne erst am Streiktag selbst festgestellt werden, da eine rechtliche Verpflichtung zur Vorabmeldung nicht bestehe. In sechs von acht Ordensspitälern seien die Betriebsräte in den Streik eingebunden, zwei Betriebsräte hätten sich gegen eine Teilnahme entschieden. Zugleich betonte Minihuber die Bereitschaft, den Dialog mit der Gewerkschaft fortzusetzen.
Die Ordensspitäler Oberösterreich beschäftigen rund 10.000 Mitarbeitende und versorgen jährlich 52 Prozent aller stationären Patientinnen und Patienten des Bundeslandes. Im ambulanten Bereich erfolgen 51 Prozent aller Patientenkontakte in den Ordensspitälern Oberösterreichs.
Quelle: kathpress