
Eltern-Kind-Pass: Nur drei Geschlechtsoptionen bei Geburt
Nach Kritik aus Fachkreisen hat das Gesundheitsministerium die geplante Regelung für den digitalen Eltern-Kind-Pass geändert. Bei der Geburt sollen künftig nur noch drei Geschlechtsoptionen vorgesehen sein: "männlich", "weiblich" und "offen". Die zunächst vorgesehenen Einträge "inter", "divers" und "keine Angabe" entfallen. Grundlage der Änderung sind medizinische Empfehlungen, wonach der Eltern-Kind-Pass als Vorsorgeinstrument biologisch-medizinisch ausgerichtet sein muss.
Das Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) begrüßte in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme die Rückkehr zu einer "medizinisch fundierten Regelung". Zugleich stellte die kirchliche Facheinrichtung klar, dass es sich bei der dritten Option der Intersexualität nicht um ein eigenständiges drittes Geschlecht handle. Vielmehr beziehe sich diese Angabe auf die vorübergehende diagnostische "Nicht-Eindeutigkeit" des Geschlechts bei der Geburt.
Das biologische Geschlecht sei bei der großen Mehrheit der Neugeborenen eindeutig feststellbar, medizinische Uneindeutigkeiten hingegen sehr selten, mit einer Häufigkeit im Promillebereich, erläuterte das Institut. Dabei handle es sich um Varianten der Geschlechtsentwicklung, etwa das Klinefelter-Syndrom (XXY-Chromosomensatz mit männlicher Entwicklung) oder das adrenogenitale Syndrom (AGS), eine hormonelle Störung, die zu einer unvollständigen Ausbildung äußerer Geschlechtsmerkmale führen kann.
In solchen Fällen könne künftig vorübergehend die Kategorie "offen" gewählt werden, was Zeit dafür gebe, um im Laufe der ersten Lebenswochen in weiteren Untersuchungen Klarheit zu erhalten und eine angemessene Therapie vorzunehmen. Medizinisch nicht begründete Zuschreibungen könnten somit vermieden werden.
Der digitale Eltern-Kind-Pass soll das bisherige Papierheft ersetzen und am 1. Oktober 2026 starten. Neben der Umbenennung vom bisherigen "Mutter-Kind-Pass" zum "Eltern-Kind-Pass" ist auch eine inhaltliche Neuausrichtung des Vorsorgeprogramms vorgesehen.
Quelle: kathpress