
28. Radiopreis der Erwachsenenbildung vergeben
Die Konferenz der Erwachsenenbildung (KEBÖ) hat am Donnerstag den 28. Radiopreis der Erwachsenenbildung im Wiener ORF RadioKulturhaus vergeben. Ausgezeichnet wurden Radioproduktionen, die gesellschaftlich relevante Themen "fundiert, verständlich und mit hohem erwachsenenbildnerischen Anspruch aufbereiten", hieß es in einer Aussendung am Freitag. Eröffnet wurde der Abend von Heinz Fischer, Bundespräsident a. D. und Präsident des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen, der einlud, den Preis als Anlass zu nehmen, gemeinsam für eine Kultur des lebensbegleitenden Lernens einzutreten, "eine Kultur, in der Medien und Bildung Hand in Hand gehen, um Orientierung zu geben, Teilhabe zu ermöglichen und die Demokratie zu stärken"
Aus insgesamt über 170 eingereichten Produktionen von österreichischen Radiosendern wählte eine Jury Gewinner in fünf Kategorien aus, die "eindrucksvoll zeigen, welche Rolle Erwachsenenbildung und Bildungsmedien bei der Einordnung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen spielen - von Demokratie und Menschenrechten über Klimakrise und Digitalisierung bis hin zu inklusiver Wissensvermittlung".
In der Kategorie Literatur, Kultur und Kunst wurde der Ö1-Radiokolleg-Beitrag "Das Absurde" ausgezeichnet. Der "Eduard-Ploier-Preis für ökonomische, demokratische und politische Bildung" - er ist benannt nach dem langjährigen oberösterreichischen Präsidenten der Katholischen Aktion, Bildungshausleiter und Kirchen-Vertreter im ORF - ging an die Ö1-Sendereihe "Es war ein kämpferisches Leben". In der Kategorie Wissenschaftsvermittlung, -kommunikation, technische Bildung und Digitalisierung wurde "Einfach erklärt - der Wissenspodcast in einfacher Sprache" (Inklusive Lehrredaktion / FM4 / Ö1 Campus Radio) prämiert.
Der Preis in der Kategorie Nachhaltigkeit und Zukunftskompetenzen ging an "Kein Zurück: Fürs Klima ins Gefängnis" aus der Sendereihe "Hörfeld" von Radio Radieschen. In der Kategorie Menschenrechte und Gesellschaft zeichnete die Jury zwei Beiträge aus: "Im Gespräch: Francesca Albanese" (Ö1) sowie "Netzwerk Vöcklabruck gegen Gewalt" vom Freien Radio Salzkammergut.
Auch die für Erwachsenenbildung zuständige Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner hob in ihren Grußworten die Rolle von Erwachsenenbildung für die Demokratie hervor: "Gerade in Zeiten von Desinformation und wachsender Wissenschaftsfeindlichkeit leisten Erwachsenenbildung und qualitätsvoller Journalismus einen unverzichtbaren Beitrag für eine informierte und kritische Gesellschaft."
Die afghanische Diplomatin, Autorin und Journalistin Manizha Bakhtari wies in ihrer Preisrede auf die globale Bedeutung von Bildung und Medien hin: "Erwachsenenbildung und Bildungsmedien ermächtigen Menschen, geben ihnen Würde und öffnen Türen für Partizipation, Hoffnung und Widerstandsfähigkeit." John Evers, Sprecher der Jury und KEBÖ-Vorsitzender, betonte: "Die ausgezeichneten Sendungen zeigen, wie Radio komplexe Themen verständlich macht, Orientierung bietet und Menschen befähigt, sich aktiv mit gesellschaftlichem Wandel auseinanderzusetzen."
Der Radiopreis wird seit 1998 von Verbänden der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) gestiftet. Dazu gehören etwa die Arbeitsgemeinschaft Bildungshäuser Österreich, das Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich, der Ring Österreichischer Bildungswerke und das Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer Österreich.
Quelle: kathpress