
Linzer Pfarrreform: Wilheringer Abt Dessl künftig auch Pfarrer
Die Strukturreform in der Diözese Linz schreitet voran. Mit 1. Jänner erfolgte die kirchenrechtliche Gründung der neuen Pfarre Rodl-Donau. Am Sonntag wurde das neue Leitungsteam - Pfarrer, Pastoralvorständin und Verwaltungsvorstand - von Generalvikar Severin Lederhilger feierlich ins Amt eingeführt. Dabei war auch der Wilheringer Abt Reinhold Dessl, der künftig nicht nur sein Kloster leitet, sondern auch Pfarrer der neuen großen Pfarre Rodl-Donau ist. Die neue Pfarre besteht aus neun Pfarrteilgemeinden. Dessl hat freilich auch bisher schon einige "frühere" Pfarren geleitet, die in etwa den nunmehrigen Pfarrteilgemeinden entsprachen.
Das Umsetzungskonzept der laufenden diözesanen Pfarrstrukturreform sieht am Ende 39 "Pfarren" vor, die aus mehreren Pfarrteilgemeinden mit ihren historischen lokalen Rechtsträgern "Pfarrkirche" und "Pfarrpfründe" bestehen. Geleitet werden die Pfarren von jeweils einem Pfarrer in Zusammenarbeit mit zwei Vorständinnen bzw. Vorständen für pastorale und wirtschaftliche Angelegenheiten.
Beim Festgottesdienst zur Amtseinführung in der Pfarrkirche Ottenheim bekundeten die Ernannten vor Generalvikar Severin Lederhilger und der versammelten Feiergemeinde ihre Bereitschaft, die Pflichten dieser Ämter auf sich zu nehmen: So versprachen sie, die Pfarre Rodl-Donau umsichtig zu leiten, in ihr die Grundvollzüge von Kirche lebendig zu halten, dafür zu sorgen, dass die frohe Botschaft des Evangeliums zeitgemäß verkündet wird, Arme und Bedrängte in die Mitte der Gemeinschaft zu stellen, an Freud und Leid der Menschen Anteil zu nehmen und mit Wertschätzung sowie im Dienst an der Einheit mit allen Haupt- und Ehrenamtlichen in den Pfarrgemeinden und pastoralen Orten zusammenzuarbeiten und dabei Bischof Scheuer gegenüber loyal zu sein.
Der Generalvikar seinerseits betonte in seiner Predigt, mit der Amtseinführung der Leitungsverantwortlichen gehe es um den "Beginn eines neuen Miteinanders von Menschen, die sich nicht selbst wichtigmachen wollen, sondern gemeinsam Jesu Botschaft, sein Evangelium von Gerechtigkeit, Liebe und Frieden in den Alltag unserer Zeit übersetzen möchten". Die neuen Ämter und Strukturen stünden im Dienst dieser Glaubensverkündigung und der Erlebbarkeit von Kirche.
Abt und Pfarrer Dessl sagte am Ende des Gottesdienstes, er wolle sich einsetzen für eine "missionarische Kirche, die Zeugnis von ihrem Glauben gibt, und für eine solidarische Kirche, die die Not der Menschen nicht übersieht". Sein Engagement gelte einer Kirche, die aus der Taufberufung aller Christinnen und Christen lebe, und einer Kirche, die verschiedene Ausprägungen des Glaubens und der Berufungen kenne. Wichtig sei ihm "eine Kirche, die in Verbundenheit mit der Weltkirche lebt und eine Kirche, die vor Ort beheimatet ist". Er träume von einer Kirche, die das Gute der Tradition bewahre, und von einer Kirche, die neue Wege im Heute gehe, so Dessl.
Quelle: kathpress