Mindestalter für Social Media: Caritas begrüßt Regierungsvorhaben
Der Wiener Caritasdirektor Klaus Schwertner begrüßt das am Dienstag von der Regierung angekündigte Mindestalter für Social Media-Plattformen: Unter 14-Jährigen sollen eigene Accounts demnach nicht möglich sein. Wie das "Ö1-Morgenjournal" am Dienstag in Berufung auf den zuständigen Staatssekretär Alexander Pröll berichtete, soll das Verbot noch mit Beginn des neuen Schuljahres in Kraft treten. Man prüfe im Hintergrund bereits, wie die technische Lösung aussehen könne, um noch bis Herbst 2026 in die Umsetzung gehen zu können, sagte Pröll.
"Kinder und Jugendliche brauchen Schutzräume, keine Shitstorms. Ein Mindestalter ist ein wichtiger Schritt, um junge Menschen vor digitalem Druck und manipulativen Algorithmen zu bewahren und unsere Demokratie zu stärken", so Schwertner am Dienstag auf Bluesky. Wenn Österreich hier gemeinsam mit Frankreich vorangeht, sei das gut. Und das australische Beispiel zeige, dass es funktionieren könne.
Im Blick auf die Demokratie betonte Schwertner, dass die Sozialen Medien längst nicht nur maßgeblichen Einfluss darauf hätten, mit wem man "befreundet" sei, sondern auch darauf, wen man wähle. Dabei hätten Tech-Konzerne neue Wirklichkeiten erschaffen, ohne auf die Gesetze der analogen Welt Rücksicht zu nehmen, kritisierte der Caritasdirektor: "Wenn Algorithmen der Angst gegenüber dem Mut systematisch den Vorzug geben, wenn Hass besser klickt als Liebe und die Lüge viraler geht als die Wahrheit - dann haben wir ein strukturelles Problem. Darauf müssen Politik und Plattformen Antworten geben."
Schwertner weiter: "Wir müssen uns für ein Netz starkmachen, das unseren sozialen Zusammenhalt stärkt - und die unveräußerliche Würde jedes Menschen schützt. Eine Digitalisierung, die unsere Gesellschaft spaltet, ist keine Digitalisierung, die wir weiter anstreben sollten."
Australien zeige, so der Caritasdirektor, dass die Durchsetzung eines Mindestalters möglich sei. Innerhalb kurzer Zeit seien dort Millionen Accounts von Minderjährigen deaktiviert bzw. eingeschränkt worden. Das Signal sei klar: "Regeln wirken, wenn Plattformen verantwortlich gemacht werden." Entscheidend sei jetzt die Umsetzung in Österreich: Ein Mindestalter müsse datenschutzfreundlich überprüfbar sein. Dafür brauche es etwa eine Weiterentwicklung von ID Austria bzw. digitale Altersnachweise, forderte Schwertner.
Die EU sollte laut Schwertner zudem den Druck auf die großen Plattformen erhöhen: "Klare Pflichten, transparente Algorithmen, wirksame Sanktionen. Kinderschutz darf nicht vom Goodwill einzelner Konzerne abhängen."
Quelle: kathpress
