
Bischof Schwarz setzt auf verbindende Kraft der Olympischen Spiele
Sportbischof Alois Schwarz setzt auf die verbindende Kraft der Olympischen Spiele. Die Spiele hätten eine besondere Sprache, so Schwarz im Interview mit der St. Pöltner Kirchenzeitung "Kirche bunt" (Mittwoch): "Die Sprache des fairen Wettkampfs, des Respekts und der Begegnung über Grenzen hinweg". In einer oft von Misstrauen und Konflikten geprägten Welt könne es ein starkes Zeichen sein, "wenn Menschen aus vielen Nationen einander nicht als Gegner, sondern als Sportlerinnen und Sportler begegnen". Frieden entstehe nicht automatisch durch ein Sportereignis - aber die Spiele könnten ein "Fenster öffnen: für Dialog, für Wertschätzung, für das Erleben, dass wir als Menschheitsfamilie zusammengehören". Schwarz ist in der Österreichischen Bischofskonferenz u.a. für Sportagenden zuständig.
Darauf angesprochen, dass die Olympischen Spiele oft in der Kritik stehen, zu sehr kommerzielle Interessen zu fördern, meinte der St. Pöltner Bischof: "Wo rein wirtschaftliche Interessen den Ton angeben, droht der Sport zur Bühne für Werbung und Machtspiele zu werden." Athletinnen und Athleten würden unter Druck geraten, "funktionieren" zu müssen. Natürlich brauche ein Großereignis Finanzierung, aber es müsse transparent und maßvoll bleiben. Aus christlicher Sicht sei die entscheidende Frage: "Dient das Ganze dem Menschen - oder wird der Mensch zum Mittel für Profit und Inszenierung?"
Große Sportevents müssten heute zudem an der Schöpfungsverantwortung gemessen werden. Temporäre Bauten, hoher Energieverbrauch und große Eingriffe in die Umwelt würden berechtigte Fragen aufwerfen. Es brauche hier "neue Maßstäbe, mehr Bescheidenheit und langfristiges Denken", mahnte Bischof Schwarz an.
Der Sportbischof hob im Interview zudem die wichtige Aufgabe des heimischen Olympia-Seelsorgers Johannes Lackner hervor, der die österreichische Mannschaft begleiten wird. Die Olympischen Winterspiele finden vom 6. bis 22. Februar im Großraum Mailand/Cortina statt. Persönlich werde er sich - vor dem TV-Gerät - vor allem die Skibewerbe und auch das Skispringen ansehen, so Bischof Schwarz.
Und er fügte hinzu: "Ich bewundere die Konzentration, Ausdauer und die innere Haltung: ruhig bleiben, fair bleiben, nach Fehlern weitermachen. Ich erbitte unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern den Segen Gottes und viele sportliche Erfolge."
Quelle: kathpress