
Früherer Leiter von Stift St. Paul nun Mönch im Europakloster Gut Aich
Von 2020 bis 2024 leitete Pater Marian Kollmann als Oberer (Administrator) das Kärntner Benediktinerstift St. Paul. Nun gehört er als Bruder Martin Kollmann der Mönchsgemeinschaft des Benediktinerklosters Gut Aich (Europakloster) an. Mit der Zustimmung der Benediktinerkongregation konnten die Mönchsgelübde vom Stift St. Paul auf das Europakloster übertragen werden, wie die heimischen Ordensgemeinschaften am Mittwoch mitteilten.
Die feierliche Professübertragung fand am Tag Maria Lichtmess (2. Februar) in der Klosterkirche von Gut Aich statt. P. Johannes Pausch, Gründungsprior des Europaklosters, stand der Festmesse vor. Der aktuelle Prior Bruder Thomas Hessler segnete im Beisein der Brüdergemeinschaft die weiße Kukulle (Mönchskutte) und den Professring, den in Gut Aich jeder Mitbruder trägt. Vor der Kirchengemeinde verlas Bruder Martin die Erneuerung seiner Mönchsgelübde.
Prior Hessler erklärte in seiner Ansprache die Bedeutung der Übertragung der Profess. Übertragung bedeutet aufheben, aufbewahren und auf eine neue Ebene bringen. Bruder Marian Kollmann habe in einer Krisensituation den Weg nach Gut Aich gefunden und konnte, nach Jahren als Oberer im Stift St. Paul, an diesem Ort neue Kraft tanken.
Kollmann trat 2001 ins Stift St. Paul im Lavantal ein. Von 2020 bis 2024 war er Oberer des Stiftes. Sein Weg führte ihn 2021 über die Ausbildung zum Geistlichen Begleiter ins Europakloster Gut Aich. Nach einer Auszeit in unterschiedlichen Klöstern habe sich in ihm der Wunsch entwickelt, im Europakloster Gut Aich als Mönch zu leben, hieß es.
Kollmann bedankte sich beim Gottesdienst bei den Mitbrüdern für die freundliche Aufnahme. Sein Lebensweg zeige, dass es nie zu spät sei, etwas Neues zu beginnen.
Kollmann wird auch künftig als Priester wirken, zudem im Zentrum für Klosterheilkunde von Gut Aich mitarbeiten, geistliche Begleitung anbieten und die Tiere im Europakloster betreuen.
Europakloster Gut Aich
Das Europakloster Gut Aich ist für kirchliche Verhältnisse äußerst neu. Es wurde 1993 von drei Benediktinern - einer davon war P. Pausch - im Salzkammergut gegründet. Gut Aich gehörte früher wahrscheinlich zum (ehemaligen) Benediktinerkloster Mondsee. Es liegt am alten Wallfahrtsweg zwischen dem ehemaligen Benediktinerkloster und St. Wolfgang, am Fuße des Schafberges. Im 13. Jahrhundert war Gut Aich nachweislich im Besitz der Erzdiözese Salzburg und durchlief danach eine wechselvolle Geschichte.
1938 wurde es von den Franziskanerinnen von Au am Inn erworben und bis 1989 als Kinderheim geführt. 1993 stellten die Franziskanerinnen das ehemalige Kinderheim drei Benediktinermönchen zur Verfügung, die hier ein neues Kloster gründen wollten. Am 31. Oktober 1994 - dem 1000. Todestag des hl. Wolfgang - wurde die neue Klosterkirche geweiht. 1994 wurde auch bereits der erste Heilkräutergarten angelegt.
2004 wurde das Kloster schließlich nach elfjähriger Probezeit offiziell nach Kirchenrecht als selbstständiges Benediktinerkloster anerkannt. (Infos: www.europakloster.com)
Quelle: kathpress