
Ordenskonferenz dankt bisherigem Vorsitzenden Birnbacher
Mit einer Feier im Kardinal-König-Haus wurde am Donnerstagabend Erzabt em. Korbinian Birnbacher für seinen sechsjährigen Dienst als Vorsitzender der Österreichischen Ordenskonferenz bedankt. In den Festreden wurden vor allem sein Mut, sein Vertrauen und sein konsequentes Arbeiten auf Augenhöhe hervorgehoben. "Die Augenhöhe zwischen uns war immer echt", betonte seine Nachfolgerin als Vorsitzende der Ordenskonferenz, Sr. Franziska Madl. Im Rahmen der Feier gab Birnbacher auch seine künftigen Aufgaben als Ökonom der Primatialabtei Sant'Anselmo und als Schatzmeister der Benediktinischen Konföderation in Rom bekannt.
Birnbacher war von 2019 bis Ende November 2025 Vorsitzender der Österreichischen Ordenskonferenz und prägte diese entscheidend in einer Zeit des Übergangs, wie es in einer Aussendung der Ordenskonferenz heißt.
Als erster Vorsitzender nach der Fusion der Männer- und Frauenorden - der früheren Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften und der Vereinigung der Frauenorden Österreichs - habe Birnbacher Verantwortung in einer Phase übernommen, in der vieles neu war und zahlreiche Strukturen erst zusammenfinden mussten. Die Festrednerinnen und -redner würdigten in diesem Zusammenhang besonders seinen Mut, seinen zukunftsgerichteten Blick und sein konsequentes Fördern von Frauen.
In ihrer Dankesrede betonte Sr. Franziska Madl, Vorsitzende der Österreichischen Ordenskonferenz und von 2022 bis 2025 stellvertretende Vorsitzende an der Seite Birnbachers, in Richtung des Geehrten: "Ich habe mich neben dir nie klein gefühlt. Die Augenhöhe war immer echt. Und vor allem, dass du mich ermutigt hast, dass es Zeit für eine Frau als Vorsitzende der Ordenskonferenz ist, hat mich bestärkt."
Propst Anton Höslinger, seit November 2025 zweiter Vorsitzender der Österreichischen Ordenskonferenz, schickte eine Videobotschaft mit würdigenden Worten aus den USA, wo er sich derzeit auf Besuch bei Mitbrüdern des Stiftes Klosterneuburg befindet.
Auch Ordenskonferenz-Generalsekretärin Sr. Christine Rod und Geschäftsführer Peter Bohynik brachten ihren Dank zum Ausdruck. Sr. Rod betonte: "Du bist einer, der das Ordensleben liebt - mit einem Bewusstsein für das Schöne, für die Geschichte und für Kontinuität". Bohynik erinnerte an die Anfänge der Ordenskonferenz im Jahr 2019: "Vieles war neu, vieles geschah zum ersten Mal. Du hast Verantwortung übernommen und gezeigt, wie die neue Ordenskonferenz funktionieren kann. Wir danken dir für dein Vertrauen, deine Klarheit und deine Gelassenheit, die du dem Büro und der gesamten Ordenswelt hast spüren lassen."
Ordensleute sind Stachel in der Kirche
Birnbacher selbst sagte in seiner Dankesrede: "Diese Aufgabe war für mich ein großes Geschenk - vor allem durch die vielen Begegnungen mit Ordensfrauen und Ordensmännern in ganz Österreich." Die Ordenskonferenz habe er stets als gemeinsames Projekt verstanden: "Ich habe dieses Amt nie allein ausgeübt, sondern immer im Miteinander - mit meinen Stellvertreterinnen, dem Vorstand, dem Generalsekretariat und vielen engagierten Menschen im Hintergrund."
Birnbacher betonte die besondere Bedeutung des gemeinsamen Wirkens von Frauen und Männern: "Die Ordenskonferenz zeigt, dass Frauen und Männer - in all ihren Unterschiedlichkeiten - gemeinsam gut etwas weiterbringen können. Ordensleute gehören ja zur Kategorie der Propheten, wir sind ein bisschen wie ein Stachel in der Kirche. Andererseits stehen wir für Kontinuität, Stabilität und Bewährtheit. Wir Orden bieten Stabilität in unserer Vielfalt und in der prophetischen Ausrichtung unserer Wirkungsfelder."
Unter den zahlreichen Gästen befanden sich Bischof Wilhelm Krautwaschl, Weihbischof Franz Scharl, der Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz Peter Schipka sowie zahlreiche Ordensobere und Ordensoberinnen aus ganz Österreich. Darunter waren auch mehrere seiner Vorgänger und Vorgängerinnen als Vorsitzende der Ordenskonferenz, etwa Propst Maximilian Fürnsinn, Sr. Beatrix Mayrhofer und Sr. Franziska Bruckner, ebenso wie seine Nachfolgerin Sr. Franziska Madl.
Quelle: kathpress