
"Liturgiewissenschaftliche Gesellschaft" unter neuer Leitung
Die "Liturgiewissenschaftliche Gesellschaft Klosterneuburg" hat mit dem Klosterneuburger Propst Anton Höslinger einen neuen Präsidenten. Das hat die Gesellschaft am Samstag in einer Aussendung mitgeteilt. Bei der jüngsten Jahresversammlung wurde für die Funktionsperiode 2026 bis 2029 neben Propst Höslinger Prof. Alexander Zerfaß zum Vizepräsidenten gewählt. Der bisherige Präsident, Prof. Andreas Redtenbacher übernimmt die Funktion des Geschäftsführers und bleibt zugleich Direktor des Pius-Parsch-Instituts. Die Liturgiewissenschaftliche Gesellschaft ist Rechtsträger des Pius-Parsch-Instituts, als kirchlicher Protektor fungiert der Liturgiereferent der Österreichischen Bischofskonferenz, Weihbischof Anton Leichtfried.
Den öffentlichen Teil der Jahresversammlung leitete ein Grußwort von Weihbischof Franz Scharl ein, der die grundlegende Bedeutung von Pius Parsch für die gegenwärtige Gestalt der Liturgie der Kirche unterstrich. Im Hauptvortrag reflektierte der Psychotherapeut und Theologe Arnold Mettnitzer die Tiefendimension der Liturgie aus psychologischer und theologischer Sicht. Er betonte vor allem die "Kostbarkeit der Stille" als Bedingung für die transzendente Begegnung mit dem Unendlichen. Seelsorgerinnen und Seelsorger hätten die Aufgabe, "Menschen in das Kraftfeld dieser Mitte zu locken und sie staunen zu machen".
Als zweite "Kostbarkeit" nannte Mettnitzer den Umgang mit der Sprache und forderte eine "psychohygienischen Äquidistanz" zwischen persönlicher Nähe und Distanz: Der Mensch am Altar müsse "echt sein, dabei sich aber seiner Verantwortung für die Rolle, die er da am Altar übernommen hat, bewusst bleiben." Er warnte vor zu flacher Banalität des Alltäglichen in der Liturgie und einem unpersönlichen Abwickeln des Ritus, der Menschen nicht nur nicht berührt, sondern abschreckt. Es geht um eine Sprache, "die aus dem Herzen kommt und zu Herzen geht." Mettnitzer zitierte Bernhard von Clairvaux: "Als die Kelche der Priester aus Holz waren, waren ihre Herzen noch aus Gold".
(Infos: www.pius-parsch-institut.at/liturgiewissenschaftliche-gesellschaft)
Quelle: kathrpess