
Mikl-Leitner: Kirche ist wichtiger Partner in NÖ-Hochschulstrategie
Die Katholische Kirche bleibt auch im Blick auf die künftige Ausrichtung der Bildungspolitik des Landes Niederösterreich ein wichtiger Partner: Das hat die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei einer Pressekonferenz am Dienstag in St. Pölten betont. Gemeinsam mit LH-Stv. Stephan Pernkopf präsentierte Mikl-Leitner bei der Pressekonferenz der "USTP - University of Applied Sciences St. Pölten" die "Hochschulstrategie Niederösterreich 2030+". Mit der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/NÖ, der Philosophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz und der Katholischen Hochschule ITI in Trumau befinden sich gleich drei der insgesamt 15 Hochschulen in Niederösterreich in kirchlicher Trägerschaft.
Man sei "dankbar für den Austausch mit der Katholischen Kirche" auch in Bildungsfragen und schätze den wichtigen Beitrag, den etwa die KPH Wien/Krems als "wichtiger Eckpfeiler" der Lehrenden-Ausbildung leiste, so Mikl-Leitner. Die Übersiedelung der KPH vom Standort Krems nach St. Pölten im vergangenen Oktober sei "bestens gelungen" und ein Garant für "die bestmögliche Lehrerinnen- und Lehrerbildung für unser Land". Der neue Campus im ehemaligen Alumnat der Diözese St. Pölten beherbergt rund 600 Studierenden und 80 Lehrende. "Der kirchliche Spirit und die kirchlichen Werte sind für uns wichtig", unterstrich die Landeshauptfrau. Aus diesem Grund wolle sie auch möglichst bald das Gespräch mit dem neuen Wiener Erzbischof Josef Grünwidl suchen, so Mikl-Leitner abschließend.
Die "Hochschulstrategie 2023+" sieht u.a. den Ausbau der bestehenden 15 Studienstandorte in Niederösterreich und die Erhöhung der FH-Studienplätze von 13.000 auf 15.000 vor sowie einen Ausbau der Forschungsstipendien und Förderprogramme für exzellente Forschung. Außerdem sollen unter dem Stichwort "gelebte Internationalität" die Vernetzungen der Bildungseinrichtungen mit internationalen Partnern vorangetrieben werden und Niederösterreich "noch mehr zum Forschungsland" werden, so LH-Stellvertreter Pernkopf.
Ziel der Strategie sei es, hochqualifizierte Arbeitskräfte auszubilden und so auch die Wertschöpfung im Land zu erhöhen. Ein "Leuchtturmprojekt" stelle in diesem Zusammenhang auch der geplante "Europacampus Hainburg" als institutionenübergreifende Forschungs- und Bildungskooperation zwischen Unis und FHs aus dem In- und Ausland dar. Der Spatenstich zu diesem Projekt ist für März geplant. "Jede Investition in Wissenschaft und Bildung ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes", so Pernkopf weiter. Daher sei es auch wünschenswert, dass den Fachhochschulen im Land das Promotionsrecht erteilt werde, stimmte Pernkopf der zuletzt wieder eingebrachten Forderung der FH-Konferenz zu.
Aktuell studieren an den niederösterreichischen Hochschulen rund 30.000 Studierende. In den vergangenen 10 Jahren hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt. Insgesamt investiert das Land Niederösterreich allein heuer rund 150 Millionen Euro in die Universitäten und Bildungsinfrastruktur. Mit der "Hochschulstrategie 2030+" ist jedoch kein eigenes Budget bzw. keine Budgeterhöhung verbunden, vielmehr gehe es um eine Neuausrichtung der Hochschul- und Bildungspolitik und eine entsprechende Andersverteilung von Geldern. "In Zeiten wie diesen gehört es sich, sparsam zu sein und zugleich dort zu investieren, wo es notwendig ist" - und dazu zähle Bildung und Wissenschaft, so Mikl-Leitner abschließend.
Quelle: kathpress