Wiederentdecktes Barock-Fastentuch in Linzer Karmelitenkirche zu sehen
Nicht viele Fastentücher aus der Barockzeit sind noch erhalten. Im Linzer Karmeliterkloster stieß man im Frühjahr 2020 im Zuge einer großen Inventur auf das in Vergessenheit geratene Kunstwerk von Bartolomeo Altomonte (1694-1783), einem der bedeutendsten Barockmaler aus Oberösterreich, wie Ordenskonservatorin Karin Mayer gegenüber den "Oberösterreichischen Nachrichten" (11. Februar) berichtete. Nach aufwendiger Restaurierung ist das Kunstwerk mit Szenen der Bibelgeschichte von Jesus auf dem Ölberg wieder Teil des Kirchenraums. "Wir sind dankbar, dass dieses bedeutende geistliche und kulturelle Erbe erhalten werden konnte", zeigte sich Prior P. Benno Skala erfreut. Ab Aschermittwoch (18. Februar) ist das Kunstwerk zu den Kirchenöffnungszeiten für 40 Tage in der Karmelitenkirche zu sehen.
In der Zeit des ersten Lockdowns wurden im Kloster lange aufgeschobene Arbeiten erledigt. Im Zuge der umfangreichen Inventur stieß man auf mehr als 100 Gemälde, darunter Zyklen von Heiligendarstellungen, die waagrecht aufeinandergestapelt waren. Darunter befand sich auch das von Altomonte mit Ölfarbe gemalte und signierte Fastentuch, das Christus auf einer rot grundierten Leinwand im Garten Gethsemane zeigt. Der am Bild vermerkten Jahreszahl 1782 zufolge dürfte es sich um eines der letzten Werke des Barockmalers handeln. Bislang ist es das erste bekannte Fastentuch aus seiner Hand. "Die Vergangenheit des Tuchs liegt noch im Dunkeln", erklärte Mayer. Man habe bisher lediglich einen Eintrag in einem alten Rechnungsbuch gefunden, wonach der Künstler eine Anzahlung für sein Werk bekommen hat.
Durch die enorme mechanische Belastung durch das Aufhängen und Einrollen waren Fastentücher immer schon anfällig für Schäden und wurden oft repariert oder überarbeitet. Auch der Zustand des Fastentuchs von Altomonte war kein guter, wie die "Oberösterreichischen Nachrichten" berichteten. Zwei Jahre lang arbeiteten die Restauratorinnen Katharina Kohler und Brigitte Futscher an der Restauration des Fastentuchs unter fachlicher Aufsicht von Jessica Roßmann in den Werkstätten des Bundesdenkmalamts in Wien.
Den überwiegenden Teil der Kosten hat der Konvent selbst getragen, finanziell unterstützt wurde das Projekt vom Bundesdenkmalamt und vom Land Oberösterreich. "Es ist nicht selbstverständlich, dass sich der Konvent auf eine umfassende und kostenintensive Restaurierung eingelassen hat", sagte Mayer. Da brauche es auch Mut, und den habe der Orden gezeigt.
Quelle: kathpress
