
Schönborn am Jahrestag der Zerstörung Dresdens: Aus Geschichte lernen
Kardinal Christoph Schönborn hat eindringlich zum Einsatz für Frieden und zur Verhinderung von Kriegen aufgerufen. Aktuelle und auch vergangene Kriege könnten dazu eine Mahnung sein. "Können wir nicht aus der Geschichte lernen? Ja, sehr viel! Wir müssen es uns nur zu eigen machen!", schrieb der Kardinal in seiner Freitags-Kolumne der Tageszeitung "Heute". Als Beispiel nannte er die Stadt Dresden, in der er sich gerade aufhält. Sie wurde in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 - vor 81 Jahren - von einem der verheerendsten Luftangriffen des Zweiten Weltkrieges komplett zerstört.
Mit Dresden ist Schönborn auch biografisch verbunden. Sein Geburtsort Leitmeritz jenseits der tschechischen Grenze ist nur 80 Kilometer entfernt, er sei bei der Bombardierung der Stadt gerade 3 Wochen alt gewesen. "Meine Mutter erzählte, man habe bis zu uns den feuerroten Himmel über Dresden gesehen", so der Kardinal. 773 britische Bomber hatten damals in zwei Angriffswellen gewaltige Mengen an Spreng- und Brandbomben über der Stadt abgeworfen. Dresden war danach eine einzige große Ruine, es gab viele tausende Opfer, darunter auch zahlreiche Flüchtlinge.
Zuvor sei das malerisch an der Elbe gelegene Dresden eine der schönsten Städte Deutschlands gewesen, unterstrich Schönborn. Vieles erinnere noch heute daran, allerdings neu und wiederaufgebaut. "Nach dem Wiederaufbau von Dresden sah alles so aus, als hätten wir die Lehren gelernt, die der Wahnsinn des Krieges die Welt gelehrt hat. Dresden kann dabei helfen und jede Gedenkstätte an die vielen Kriege der Menschheit. Nie wieder!", so der emeritierte Wiener Erzbischof.
In Dresden wird jeden 13. Februar mit Glockengeläut der Innenstadtkirchen an die Luftangriffe des Jahres 1945, die damit verbundene Zerstörung und die Opfer erinnert. Traditionell öffnen viele Bewohner dazu ihre Fenster und verharren in Stille. Zudem wird vom Kulturpalast ausgehend eine Menschenkette gebildet, die mit mehreren tausend Teilnehmern um die Innenstadt führt. Die Aktion versteht sich als Zeichen für Demokratie und gegen Krieg sowie ausdrücklich gegen eine politische Instrumentalisierung des Datums.
Quelle: kathpress