
Wien: Fachtagung diskutiert Kirchenzukunft in säkularer Zeit
Unter dem Leitwort "Zukunft der Kirche in der säkularen Gesellschaft" steht die 14. Deutsch-Österreichische Kirchenrechtstagung von 23. bis 25. Februar in Wien. Veranstaltet wird sie vom Institut für Kirchenrecht und Religionsrecht der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, Austragungsort ist die SkyLounge in Wien-Alsergrund (9. Bezirk, Oskar Morgenstern-Platz 1). Erwartet werden Fachleute aus Wissenschaft, kirchlicher Praxis und Nachbardisziplinen.
Im Zentrum stehen kirchenrechtliche Herausforderungen angesichts tiefgreifender gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Gefragt wird, wie das Kirchenrecht das kirchliche Leben "in der Spannung zwischen Identität und Relevanz" fördern kann, "zwischen weltkirchlicher Universalität und ortskirchlicher Partikularität", heißt es im Einladungsfolder.
Zu den international bekannten Vortragenden zählt die Religionssoziologin Kristina Stoeckl von der Universität LUISS in Rom. Sie spricht über "Moral, Recht und Religion im Umbruch" aus politisch-religionssoziologischer Perspektive. Der niederländische Pastoraltheologe Jan Loffeld (Tilburg University) widmet sich der Frage, wie gesellschaftliche Realitäten kirchenrechtliche Setzungen aufweichen. Der Kölner Kirchenrechtler Christoph Ohly beleuchtet unter dem Titel "Getauft, aber heimatlos" die Situation von Fernstehenden und Ausgetretenen.
In Arbeitsgruppen am zweiten Konferenztag (24. Februar) bringt unter anderem Burkhard J. Berkmann (München) seine Expertise zu exklusiver Kirchenzugehörigkeit und multiplen Religiösitäten ein, Florian Unterberger aus der Wiener Pfarre Breitenfeld spricht über die "Jugendpastoral in der Krise" und der Innsbrucker Theologe Wilhelm Rees über die zunehmende Hinterfragung von Kirchen als "Heiligtümer". Magdalena Bernhard von der Rechtsabteilung der Diözese Innsbruck spricht über das Personenstandsrecht, das zuvor bereits Martin Rehak (München) in einem Vortrag thematisiert, während der Wiener Pastoralamtsleiter Markus Beranek den Fokus auf die Situation neuer geistlicher Gemeinschaften in der Kirche lenkt.
Bernhard, Loffeld, Rehack und Stoeckl werden zudem am Abend des zweiten Tages (Di, 24. Februar, 19 Uhr) an einer Podiumsdiskussion teilnehmen, gemeinsam mit Peter Schipka, Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, der auch selbst Jurist und Moraltheologe ist. Die Diskussion ist öffentlich und richtet sich an ein interessiertes Publikum, so die Veranstalter rund um den Wiener Tagungs- und Institutsleiter Andreas Kowatsch.
Am Abschlusstag (25. Februar) steht schließlich die Frage nach den Leitbildern kirchlicher Einrichtungen zur Debatte, die sich inmitten der Spannung von kirchlichem Anspruch und säkularen Erwartungen wiederfinden. Thomas Pree vom Wertemanagement der Vinzenzgruppe ist dafür aus Österreich dabei, sowie aus Deutschland Amtsleiter Frank Hüppelshäuser vom Erzbischöflichen Generalvikariat Köln. Thomas Meckel (Frankfurt/Main) kommt schließlich noch auf die Herausforderungen in der Sakramentenpastoral zu sprechen.
(Infos: https://kr-ktf.univie.ac.at)
Quelle: kathpress