
Diakonie bittet um Spenden für Traumaversorgung in der Ukraine
Seit vier Jahren dauert der russische Angriffskrieg auf die Ukraine an, und die Belastungen für die Zivilbevölkerung und auch für Mitarbeitende von Hilfsorganisationen werden immer größer: Die Energieinfrastruktur und Häuser sind zerstört, Strom und Wärme fallen aus, die Menschen sind immer und immer wieder Raketen- und Drohnenangriffen ausgesetzt, und die Kälte setzt den zermürbten Menschen immer mehr zu. Die Zivilbevölkerung und insbesondere Kinder leiden unter vom Krieg verursachten Traumata und Angstzuständen. Darauf hat die Diakonie in einer Aussendung am Mittwoch aufmerksam gemacht. Das evangelische Hilfswerk bittet dringend um Spenden, um vor Ort psychosoziale Unterstützung leisten zu können.
"Je länger der Kriegszustand andauert, desto mehr Menschen erleiden Traumata. Täglich erreichen die Organisationen vor Ort Anfragen von Trauernden, die mit den Folgen ihres Verlustes zu kämpfen haben", berichtet Katharina Lehner, Bereichsleiterin der Diakonie Katastrophenhilfe.
Die Grundversorgung in der Ukraine fehlt vielerorts: Laut OCHA sind in der Ukraine bereits 10,8 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Beinahe 3,7 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht, die meisten bereits seit mehr als zwei Jahren. Auch die Zahl der zivilen Opfer erhöhte sich 2025 im Vergleich zum Vorjahr dramatisch, informierte das evangelische Hilfswerk.
Insbesondere Kinder erlebten die Kriegsjahre als psychische Zerreißprobe: "Schulen sind teilweise seit Jahren geschlossen. Riesige Bildungsdefizite sind die Folge. Das Fehlen von Alltagsstruktur und Sozialkontakten hat zusätzlich zum Kriegsalltag massive Auswirkungen auf die Psyche. Kinder leiden unter Angstzuständen, Schlafstörungen, Gereiztheit und Konzentrationsschwierigkeiten."
Die Diakonie Katastrophenhilfe stellt psychologische Unterstützung für Kinder und Angehörige von Gefallenen, Kriegsgefangenen und Vermissten zur Verfügung. "Lehrkräfte sowie Psychologinnen und Psychologen erhalten Schulungen im Umgang mit belasteten und traumatisierten Kindern. Auch Angehörige bekommen Unterstützung. So können die Menschen mit den Belastungen besser umgehen", erklärte Lehner. So werde Eltern etwa geraten, ängstlichen Kindern während Luftangriffen Kopfhörer mit Musik aufzusetzen und sie fest in den Armen zu halten, um sie zu beruhigen.
(Diakonie Katastrophenhilfe: IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333; Spenden-Kennwort: Ukraine-Nothilfe; Online-Spenden-Link: https://diakonie.at/ukraine-nothilfe-spenden)
Quelle: kathpress