
Zsifkovics: Fastenzeit ist geistlicher Weg zu neuer Freude
Als Weg zu neuer Freude, Freiheit, Sensibilität und Kraft: So hat der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics bei der Aschermittwochsliturgie im Martinsdom die Fastenzeit bezeichnet. Sie sei nicht dazu da, sich trübsinnig in Schuldgefühle zu verstricken, und "echtes Fasten" mache auch kein finsteres Gesicht. Es seien "falsche Vorstellungen" vom Glauben und von der Fastenzeit, die sie auf Verzicht und Entbehrung, Gebote und Verbote, Sünde und Schuld reduzierten. Die österliche Bußzeit und Fastenzeit sei ein "geistlicher Weg, der uns helfen will, froher, freier und frömmer zu werden. Das Aschenkreuz ist der Start dazu und macht uns Mut, es wenigstens zu versuchen", so Zsifkovics.
"Haben wir modernen Christen nicht weithin die Freude an Gott, Glaube und Kirche, am Christsein und am Leben selber verloren?", fragte Zsifkovics und warnte vor der "Lebensfeindlichkeit des Christen, der Trübsal bläst, anstatt Lebensfreude zu verbreiten". Es sollte genau umgekehrt sein: "Fastenzeit ist ein Weg zu neuer Freiheit", betonte Zsifkovics. Fasten bedeute, freier zu werden von dem, "was in unserem Leben einen falschen Rang, eine falsche Priorität hat", wieder einen klaren Kopf und eine neue Sensibilität dafür zu bekommen, was von Bedeutung ist. "Echtes Fasten befreit uns laut Evangelium von Zwängen und wendet sich dem Nächsten zu."
Die Fastenzeit sei auch ein "Weg der Erneuerung und Umkehr", so der Bischof weiter. Diese Umkehr koste Kraft, Überwindung, Verzicht und könne Schmerz bereiten. Umso wichtiger sei es zu wissen, warum, wofür und woraufhin verzichtet wird. "Den Weg der Umkehr kann ich nur gehen, wenn ich glauben kann", sagte Zsifkovics. Dann lasse der Verzicht neu aufbrechen und das Leben reicher werden.
Quelle: kathpress