
Neuer Kärntner KA-Präsident: Als Kirche klar positionieren
Tatendrang und neue Ideen bringt Marc Germeshausen in seinem neuen Amt als Präsident der Katholischen Aktion (KA) Kärnten mit. Im Interview mit dem Kärntner "Sonntag" sprach Germeshausen u.a. über seine Pläne für die kommenden Jahre. Die Katholische Aktion sei die größte Laienbewegung in der katholischen Kirche, die über viele Teilorganisationen verfügt. Die Kirche müsse diese bunte Vielfalt nach außen in die Gesellschaft tragen und kommunizieren: "Wir alle sind Teil der Kirche." Zudem sei es Aufgabe der KA, in gesellschaftspolitischen Diskursen Stellung zu nehmen und sich als Kirche klar zu positionieren, gleichzeitig aber auch hinzuhören, was die Bevölkerung bewegt und das wieder nach innen zu reflektieren.
In den vergangenen Jahren habe man sich als KA thematisch beispielsweise mit dem Thema Demokratie auseinandergesetzt und reflektiert, inwiefern Demokratie wichtig für Christinnen und Christen sei und wie man dies kommunizieren könne. Auch mit dem Thema Armut habe sich die KA beschäftigt.
Persönlich brenne er für die Frage, "wie wir eine solidarische Gesellschaft formen können". Und: "In Zeiten wie diesen, in denen wir mit Kirchenaustritten konfrontiert sind, möchte ich vermitteln, was die Kirche zu bieten hat." Im Blick auf weitere aktuelle gesellschaftspolitische Debatten kam der KA-Präsident zudem auf den "Equal Pay Day" zu sprechen, also der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern.
Germeshausen räumte ein, dass aufgrund des synodalen Prozesses vieles im Umbruch sei. "Diesen Umbruch möchte auch die Katholische Aktion mitgehen und sich dabei als bereichsübergreifende Plattform verstehen." Den klassischen hierarchischen Aufbau der KA werde es vermutlich in ein paar Jahren in dieser Form nicht mehr geben. "Wir befinden uns in einem Wandel und fragen dabei: Wie können wir alle Bereiche einbinden und teilhaben lassen, wenn wir uns mit gewissen Themen wie Schöpfungsverantwortung oder Jugend in der Kirche beschäftigen?", so Germeshausen.
Es gebe Ideen und Konzepte, wie die KA sich in der neuen Struktur der Katholischen Kirche entwickeln könnte, "und wir wollen auf jeden Fall bereichsübergreifend mit allen zusammenarbeiten, sowohl mit den Ehrenamtlichen als auch mit den Hauptamtlichen". Wichtig sei ihm, "dass nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht, sondern dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen".
Quelle: kathpress