
"aktion leben" trauert um frühere Präsidentin Gertraude Steindl
Die langjährige Präsidentin und Generalsekretärin von "aktion leben österreich", Gertraude Steindl, ist tot. Wie der Verein am Montag mitteilte, verstarb die promovierte Publizistin und Germanistin am 20. Februar im Alter von 80 Jahren nach schwerer Krebserkrankung im Kreis ihrer Familie. Steindl war Trägerin des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich.
"Eine Pionierin mit einem reichen Lebenswerk ist von uns gegangen", würdigte sie ihr Nachfolger, der amtierende Vereinspräsident Johann Hager. Steindl habe ihr gesamtes Berufsleben dem Einsatz für Menschenwürde, insbesondere für schwangere Frauen, Kinder und Familien, gewidmet. Bis zuletzt habe sie regen Anteil an den Aktivitäten des Vereins genommen.
Über 36 Jahre prägte Steindl die Arbeit von "aktion leben" in unterschiedlichen Funktionen: Ab 1987 verantwortete sie die Pressearbeit, von 2000 bis 2007 war sie Generalsekretärin, von 2010 bis 2019 Präsidentin, danach bis 2023 Vizepräsidentin. Insgesamt engagierte sie sich 13 Jahre ehrenamtlich in leitender Funktion, stets mit "klarem, unbestechlichem Verstand und politischem Geist", heißt es im Nachruf des Vereins, für den sie "Motor mit höchstmöglichem Einsatz und großer Zielstrebigkeit" gewesen sei.
Als ein von Steindl initiierter Meilenstein gilt die Einführung der Bindungsanalyse zur vorgeburtlichen Beziehungsförderung in Österreich. Zudem setzte sie sich für den Ausbau qualitätsvoller, ergebnisoffener Schwangerenberatung, psychosoziale Beratung bei Pränataldiagnostik, für die Begleitung junger Familien und die Unterstützung von Familien mit behinderten Kindern ein.
In bioethischen Debatten bezog Steindl wiederholt Stellung, etwa gegen Forschung an nicht einwilligungsfähigen Personen oder Ausbeutung von Frauen durch Leihmutterschaft und Eizellspende. Einer der Höhepunkte ihres Wirkens war ihre Rede 2015 im österreichischen Parlament, als über die Bürgerinitiative "Fakten helfen!" für eine anonyme Statistik zu Schwangerschaftsabbrüchen und wissenschaftliche Erforschung der Motive verhandelt wurde.
Für ihre Verdienste wurde sie mehrfach ausgezeichnet, darunter außer mit dem staatlichen Verdienstorden 2017 auch mit dem Päpstlichen Ordens Dama Gregorius (2006) und der Kardinal Opilio Rossi-Medaille der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (2007). Steindl hinterlässt ihren Ehemann, zwei Kinder und fünf Enkelkinder.
Quelle: Kathpress