
Initiative "Young MedEthics" lädt zur ersten Konferenz nach Wien
Mit einer zweitägigen Konferenz will die Initiative Young MedEthics am 8. und 9. Mai junge Menschen in Gesundheitsberufen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum in Wien vernetzen und ihnen Orientierung in ethischen Fragen bieten. Unter dem Motto "Ask. Get Answers. Connect." stehen Expertenvorträge, Workshops und Diskussionsformate auf dem Programm. Veranstaltungsort ist die Villa Steiner Academy im 19. Wiener Gemeindebezirk.
Young MedEthics wurde von jungen Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegefachkräften gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz und dem Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) ins Leben gerufen. Das 1988 gegründete Institut mit Sitz in Wien engagiert sich seit Jahrzehnten in der ethischen Fortbildung von im Gesundheitswesen Tätigen. Ziel der Initiative ist es, angehende und junge Fachkräfte auf komplexe moralische Herausforderungen vorzubereiten, sie in ihrer Entscheidungskompetenz zu stärken und moralischem Stress sowie Burnout vorzubeugen.
Hintergrund ist ein wachsender Bedarf an ethischer Orientierung. Wie IMABE-Direktorin Susanne Kummer betonte, fühlten sich viele junge Medizinerinnen und Mediziner im Berufsalltag mit schwierigen Entscheidungen alleingelassen, insbesondere wenn es um das Lebensende geht. Befragungen zufolge sehen sich mehr als 80 Prozent unzureichend auf die Begleitung Sterbender vorbereitet. Themen wie Therapieabbruch, Suizidassistenz oder der Umgang mit belastenden Gesprächssituationen führten nicht selten zu Überforderung oder "therapeutischem Aktivismus".
Die Konferenz greift diese Fragen auf. Zum Auftakt spricht der Grazer Medizinethiker Giovanni Rubeis über das Selbstverständnis von Medizin und Pflege. Die Psychologin Jolana Wagner-Skacel von der Medizinischen Universität Graz widmet sich der Resilienz und Stressverarbeitung im Berufsalltag. Weitere Impulse kommen unter anderem von dem Münchner Chefarzt Marcus Schlemmer zu ethischen Entscheidungen am Lebensende sowie vom Schweizer Psychiater Raimund Klesse zur Spannung zwischen Autonomie und Fürsorge.
Ergänzt werden die Vorträge durch praxisnahe Workshops zu "Berührung & Beziehung", Kommunikation in schwierigen Entscheidungssituationen sowie Strategien zur Stressbewältigung. Ein "Open Mic"-Format bietet Raum für persönliche Erfahrungen aus Klinik und Pflege. Neben dem fachlichen Austausch soll auch die Vernetzung junger Gesundheitsberufe im Mittelpunkt stehen.
Bereits im vergangenen Herbst hatte Young MedEthics eine Online-Kursreihe gestartet, auch der Ausbau eines Mentoring-Programms zur generationenübergreifenden Begleitung junger Fachkräfte ist geplant. Wie aus dem Anmeldeformular hervorgeht, wird die Teilnahme an der Konferenz von den Ärztekammern in Österreich, Deutschland und der Schweiz mit jeweils neun Fortbildungspunkten anerkannt. Für Studierende und Berufstätige gelten gestaffelte Teilnahmegebühren.
(Infos und Anmeldung unter: https://www.youngmedethics.com/yme-konferenz-2026)
Quelle: Kathpress