Nach Großglockner-Urteil:
Kirchlicher Berg-Experte äußert Zustimmung
Nach Großglockner-Urteil:
Kirchlicher Berg-Experte äußert Zustimmung
Verständnis für das Urteil im Fall jenes Bergsteigers, der seine Freundin auf dem Weg zum Gipfel des Großglockners zurückgelassen hatte um Hilfe zu holen, als sie am Ende ihrer Kräfte nicht mehr weiterkonnte, hat Gilbert Rosenkranz, Chefredakteur des Tiroler "Sonntag" geäußert. Er hat in der aktuellen Ausgabe des Wiener "Sonntag" dazu einen Gastkommentar verfasst. Das nicht rechtskräftige Urteil am Landesgericht Innsbruck lautete auf schuldig wegen grob fahrlässiger Tötung.
Der fehlenden Fähigkeit umzukehren sei es geschuldet, dass es zum Drama am Glockner gekommen ist. Die im Rahmen des Prozessgeschehens bekannt gewordenen Umstände ließen auf mangelndes Einfühlungsvermögen schließen, so Rosenkranz. Besonders weil das Bergsteiger-Duo ja eng miteinander verbunden war. "Allem Anschein nach wurde alles einem einzigen Ziel untergeordnet: dem Erreichen des Gipfels", befindet Rosenkranz. Nachsatz: "Was Menschen bereit sind, dafür aufs Spiel zu setzen, ist mitunter schwer zu begreifen."
Berge hätten ihre Eigengesetzlichkeit. Wer nicht bereit sei, sich dieser unterzuordnen, begebe sich und bisweilen auch andere in Gefahr. Wie in jeder Sportart gebe es auch im Bergsport klare Regeln. Und dazu gehöre selbstverständlich, dass sich das Tempo bei einer gemeinsamen Tour immer am "schwächsten" oder langsamsten Mitglied orientiert. Der Codex einer gemeinsamen Bergunternehmung besage zudem, niemanden alleine zurückzulassen, schon gar nicht, wenn er verletzt oder in einer Gefahrensituation ist; vor allem, weil es darum gehe, Erste Hilfe zu leisten. Und dazu gehöre im Ernstfall auch, einen Notruf abzusetzen.
Er sei in einer Bergsteiger-Familie groß geworden, schreibt Rosenkranz weiter. Immer sei es auch darum gegangen, Vorsorge zu treffen für Situationen, in denen etwa ein überraschender Wetterumschwung für Gefahrenmomente sorgt. Oder die Kräfte versagen. Dann heiße es "anzuerkennen, dass eigenes Können und Vermögen nicht ausreichen, um gesetzte Ziele zu erreichen".
Quelle: Kathpress
