
Hilfswerk "Christen in Not": Vielfältiger Einsatz für Religionsfreiheit
Rund 40 Hilfsprojekte von Peru über Pakistan und Syrien bis Nigeria führt das ökumenisch getragene Hilfswerk "Christen in Not" (CiN) jedes Jahr durch. Dabei geht es um Nothilfe, um nachhaltige Unterstützung etwa im Bildungs- und Ausbildungsbereich und auch um Anwaltschaft für marginalisierte Bevölkerungsgruppen. "Unser Fokus liegt auf der Religionsfreiheit. Wir engagieren uns dort, wo Menschen aufgrund ihres Glaubens diskriminiert, vertrieben, bedroht oder auch ermordet werden. Wir helfen vor allem Christinnen und Christen, aber auch Angehörigen anderer Religionen" so der neue Generalsekretär von CiN, Martin Morawetz, im Kathpress-Interview.
Das 1980 gegründete ökumenische Hilfswerk CiN konzentriert seine Arbeit seit jeher auf Afrika, den Nahen Osten und Asien. Seit 2024 ist man zudem in Peru aktiv. Für ein Projekt in Peru wurde CiN 2025 auch mit dem Intercultural-Achievement Award des Österreichischen Außenministeriums ausgezeichnet.
Religionsfreiheit sei ein fundamentales Menschenrecht, so Morawetz. Dass unglaublich viele Menschen aufgrund ihrer Religion Diskriminierung, soziale Ausgrenzung oder gar massive Gewalt erfahren, werde gerade im Westen oft unterschätzt und politisch übersehen. "Was wir beispielsweise in Nigeria, in Pakistan, in Syrien, in Irak erleben, ist teils lebensbedrohlich".
Ein CiN-Schwerpunktland ist Nigeria, wo christliche Gemeinden gezielt von islamistischen Gruppierungen attackiert werden. "Hier leisten wir eine Kombination aus Nothilfe, Existenzsicherung und auch Dialogarbeit." Unter anderem unterstütze CiN ein Waisenhaus, wo Kinder, deren Eltern von Terroristen getötet wurden, ein Zuhause finden. Angeschlossen sei auch eine Schule, die von CiN mitbetreut wird, so Morawetz: "Bildung ist der Schlüssel für ein gutes Leben."
Ein weiteres Projekt in Nigeria: "Ärzte auf Rädern." Lokale Ärzte würden mit Fahrzeugen ausgestattet, damit sie die entlegenen Dörfer erreichen; oft auch solche, die von Terroristen überfallen wurden. Dort kümmern sie sich dann nicht nur um die Verletzten, sondern etwa auch um Kinder, die ihre Eltern verloren haben, "und bringen sie in unser Waisenhaus".
Aufgrund der Schwerpunktländer sei CiN auch ganz selbstverständlich im interreligiösen Dialog involviert, so Morawetz weiter, teilweise auf höchster politischer bzw. diplomatischer Ebene, genauso aber auch an der Basis. Ein Beispiel für Letzteres sei ein Projekt im ländlichen Ägypten, wo sich ein Pastor um behinderte Kinder kümmert. Von der muslimischen Bevölkerung sei dies anfangs sehr kritisch gesehen worden. "Die Menschen wussten nicht, was dieser Christ mit ihren Kindern anfangen will". Schließlich habe auch CiN mithelfen können, dass es durch beständige Überzeugungsarbeit gelang, das Misstrauen zu überwinden und zu zeigen, "dass es nicht darum geht, die Kinder vom muslimischen Glauben abzubringen, sondern ihnen zu helfen, ein eigenständiges Leben in Würde zu führen".
CiN bemüht sich in Österreich und international um Bewusstseinsarbeit für das hohe Gut der Religionsfreiheit. Ein Beispiel für Österreich ist die traditionelle "Kreuzweg"-Gebetsvorlage, den CiN gemeinsam mit der Katholischen Männerbewegung herausgibt, und in dem auf das Schicksal der "verfolgten Schwestern und Brüder" weltweit aufmerksam gemacht wird.
"Christen in Not" finanziert sich rein über Spenden und ist als Verein ökumenisch aufgestellt. Dem Vorstand gehören u.a. der altkatholische Altbischof Heinz Lederleitner, der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz, und der syrisch-orthodoxe Chorepiskopos Emanuel Aydin oder der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura an. Der evangelische Altbischof Herwig Sturm ist Ehrenvorstandsmitglied. Das Hilfswerk hat etwa auch Beobachterstatus im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ). (Infos: https://christeninnot.com)
Quelle: kathpress