
Bundespräsident Van der Bellen am Donnerstag beim Papst
Papst Leo XIV. wird Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Donnerstag im Vatikan in Privataudienz empfangen. Das teilte die Präsidentschaftskanzlei in Wien am Montag mit. Das Treffen findet im Rahmen eines zweitägigen Rom-Aufenthalts des österreichischen Staatsoberhauptes am 4. und 5. März statt. Am Mittwoch ist eine Begegnung mit Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella vorgesehen. Im Zentrum der Gespräche soll u.a. die Situation im Nahen Osten stehen, so die Präsidentschaftskanzlei.
In den Vatikan begleitet wird der Bundespräsident von seiner Gattin Doris Schmidauer. Der Delegation aus Österreich gehört nach Kathpress-Informationen u.a. die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, Angelika Ritter-Grepl, an.
Für Van der Bellen ist es nach den offiziellen Begegnungen mit Papst Franziskus in den Jahren 2017 und 2021 die dritte Papstaudienz und gleichzeitig das erste Treffen mit dem seit zehn Monaten amtierenden Kirchenoberhaupt Leo XIV. Bei dessen Amtseinführung am 8. Mai 2025 war Österreich durch Bundeskanzler Christian Stocker vertreten. Bundespräsident Van der Bellen hatte zuvor persönlich an den Trauerfeiern für den verstorbenen Franziskus im Vatikan teilgenommen.
Van der Bellen wies in den vergangenen Jahren immer wieder auf das gute Verhältnis zwischen Staat und Kirche in Österreich hin. Nach der Wahl von Leo XIV. unterstrich der Bundespräsident die Brückenbauer-Rolle des Papstes und zeigte sich zuversichtlich, dass sich Leo XIV. "für die Bedürftigen und Ausgegrenzten dieser Welt und den Schutz der Schöpfung einsetzen wird". Als Van der Bellen im vergangenen November die Mitglieder der Österreichischen Bischofskonferenz an seinem Amtssitz in der Wiener Hofburg empfing, bekundete er seine Vorfreude auf die erste persönliche Begegnung mit dem neuen Papst.
Der 82-jährige Van der Bellen ist seit 2017 Bundespräsident. Der langjährige Grünen-Politiker war als junger Mann aus der evangelischen Kirche ausgetreten und bezeichnete sich lange als Agnostiker. 2019 trat er wieder in die evangelische Kirche ein. Zum Reformationsfest 2023 hielt Van der Bellen in der Lutherischen Stadtkirche Wien eine sogenannte "Kanzelrede". In seinen Worten zur Bergpredigt im Matthäus-Evangelium, die er zeitgemäß interpretierte, rief er zu mehr praktizierter Nächstenliebe in der Gesellschaft auf.
In der Reihe der österreichischen Bundespräsidenten ist Van der Bellen künftig der einzige, der den Vatikan in seiner Amtszeit drei Mal für eine Privataudienz beim Papst besucht hat. Vorgänger Heinz Fischer war in den Jahren 2006 und 2014 in offizieller Mission zum Sitz des Bischofs von Rom gereist, die Bundespräsidenten Thomas Klestil (1994), Kurt Waldheim (1987) und Franz Jonas (1971) jeweils ein Mal.
Am Mittwochnachmittag werden Van der Bellen und Mattarella gemeinsam an der Eröffnung der Ausstellung im Palazzo Cipolla unter dem Titel "Von Wien nach Rom. Meisterwerke der Habsburger aus dem Kunsthistorischen Museum" teilnehmen. Dabei werden erstmals in Italien mehr als 50 Meisterwerke aus den Sammlungen des KHM präsentiert. Die Auswahl bietet einen Überblick über vier Jahrhunderte europäischer Malerei.
Quelle: kathpress