
Caritas: Spirale der Gewalt im Nahen Osten stoppen
Die Caritas schlägt Alarm: Die eskalierenden Kampfhandlungen im Nahen Osten verschärfen die humanitäre Lage dramatisch und treffen vor allem die Zivilbevölkerung. Mit der aktuellen Ausweitung der Gewalt auf weitere Länder der Region würden Millionen Menschen zunehmend in akute Not geraten. "Flucht, Angst und massive Versorgungsengpässe drohen zum Alltag zu werden", so Alexander Bodmann, Vizepräsident der Caritas Österreich, in einer Aussendung am Dienstag. Ohne Diplomatie gebe es keinen Schutz für die Menschen vor Ort. Bodmann: "Österreich und die Europäische Union müssen jetzt alle diplomatischen Möglichkeiten nutzen, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Nur wenn die Waffen schweigen, kann humanitäre Hilfe sicher geleistet und ausgeweitet werden."
Während der Zugang zum Iran derzeit stark eingeschränkt ist, seien die Auswirkungen der Krise in der gesamten Region deutlich spürbar. Im Libanon seien Hunderttausende Menschen auf der Flucht, viele Schulen wurden geschlossen und dienten als Notunterkünfte für geflüchtete Familien. Die Caritas und ihre Partnerorganisationen würden vor Ort lebenswichtige Nothilfe leisten - von der Evakuierung gefährdeter Menschen über medizinische Versorgung und Lebensmittel bis zu Hygieneartikeln und Matratzen. Bodmann: "Unsere Kolleginnen und Kollegen im Libanon berichten von einer rasch wachsenden Zahl an Menschen, die dringend Schutz und Unterstützung benötigen."
Humanitäre Hilfe dürfe nicht zum Kollateralschaden politischer und militärischer Eskalation werden, so der Caritas-Vizepräsident weiter. "Wir fordern, dass alle Konfliktparteien das humanitäre Völkerrecht einhalten und die Zivilbevölkerung geschützt wird." Gleichzeitig brauche es vonseiten Europas und Österreichs ein klares Bekenntnis zur Stärkung der humanitären Hilfe im Nahen Osten.
Im Einzelnen mahnte Bodmann einen zielgerichteten Ausbau der humanitären Hilfe für die in der Region betroffenen Staaten an. Internationale und europäische Hilfsinstrumente müssten ausreichend finanziert werden, damit rasch, koordiniert und wirksam geholfen werden kann. Gerade in einer Situation zunehmender regionaler Instabilität sei verlässliche humanitäre Hilfe ein zentraler Beitrag zur Stabilisierung und zum Schutz von Menschenleben.
(Caritas-Spendenkonto: Erste Bank: IBAN AT23 2011 1000 0123 4560, Kennwort: Nahost-Konflikt, Online-Spenden: www.caritas.at/nahost-konflikt)
Quelle: kathpress